Freilassinger Anzeiger vom 5. Juli 2006
Untersberg als „Herz-Chakra Europas"
200 Besucher beim Vortrag von Pfarrer Herbert Schmatzberger über Kraftorte

GROSSGMAIN (vm) - „Der Untersberg ist für mich eine Herausforderung", eröffnete Pfarrer Herbert Schmatzberger seinen Vortrag über „Kraftorte auf dem Untersberg", überwältigt von dem Echo: Etwa 200 Besucher aller Generationen hörten ihm im Rahmen des Untersbergfestes im Salzburger Freilichtmuseum zu.

„Die Berge waren immer sehr mit dem Glauben verbunden", sagte der Referent, der sich schon seit Jahrzehnten mit dem Untersberg beschäftigt. Er erinnerte an biblische Berge wie den Berg Sinai und den „Berg der Seligpreisungen". Der Name Untersberg wurde am 28. Juni 1306 zum ersten Mal erwähnt, fast auf den Tag genau vor 700 Jahren. Er wird vom Volk laut Schmatzberger als „magischer Berg" betrachtet, der freilich auch die Falschen anlocken kann: Auch Adolf Hitler verliebte sich wegen des Untersbergs in diese Gegend, in der Einbildung, er sei der neue Friedenskaiser wie einst Karl der Große, der im Untersberg schlafen soll.

Unzählige Legenden und auch Erzählungen aus jüngster Zeit, etwa des vor 30 Jahren verstorbenen Berchtesgadener Zahnarztes Köberle, berichten von „Zeitlöchern und Zeitsprüngen" im Berg. Sie haben ihren Ursprung in den vielen Höhlen, die durch Auswaschungen im Kalkgestein entstanden sind. Es wird erzählt, dass Leute, die im Berg waren in der Annahme, sie seien nur kurz drin, nach ihrer Rückkehr die Menschen in ihrem Dorf nicht mehr erkannten, weil viele Jahre vergangen waren. Dieses Bild von den „Zeitlöchern" sei heute wieder aktuell, meinte der Referent, da man inzwischen wisse, dass Zeit gar nicht immer so linear verläuft, wie wir meinen.


Pfarrer Herbert Schmatzberger informierte bei seinem Vortrag unter anderem über Zeitlöcher, eine angebliche Spiegelwelt im Untersberg und Quellen mit Heilkräften. Foto: Mergenthal

Ein alter Bauer habe am Krankenbett ein anderes merkwürdiges Phänomen geschildert: Er sei zur Christmette gegangen, aber die Menschen in der Kirche seien ihm alle fremd gewesen. Da habe sich herausgestellt, dass das Kirchenschiff voller „Untersbergler" war, die Menschen, die in den Höhlen im Untersberg leben. Im Untersberg existierte nach dem Volksmund nach eine „Spiegelwelt", wie der Pfarrer erklärte, wo es wie im wirklichen Leben Bauern, Knechte, Mägde und Adelige wo gebetet und gearbeitet wurde. An ihrer Spitze soll der gütige Kaiser Karl der Große regieren, der einst Europa einte. Daher schrieb Schmatzberger dem Berg europäische Dimensionen zu.

Es gibt auch mehrere so genannte „Untersbergkirchen", wo die Untersbergler angeblich zu nächtlicher Stunde Gottesdienst feierten. Der Großgmainer zählte 14 solche Kirchen, darunter die Großgmainer Pfarrkirche, St. Bartnolomä am Königssee, die Stiftskirche in Berchtesgaden, der Salzburger Dom und die nicht mehr existierende Reichenhaller Kirche St. Peter. In früheren Zeiten hätten die Leute abends auch zu den Untersberglern gebetet um Schutz für ihr Haus und ihre Almen. Freilich habe etwas in Stein Eingeschlossenes immer etwas „Unerlöstes".

In der Tradition vieler Völker wird der Untersberg laut Schmatzberger ein wichtiger Ort für diesen Planeten genannt. „Der Untersberg ist das Herz-Chakra Europas", zitierte der Priester den Dalai-Lama. Zwei besondere Kraftpunkte an diesem Berg seien der Marien-Heilgarten in Großgmain und die „Irlmaier-Madonna" in der Almbachklamm, die der Freilassinger Seher und Brunnenbauer Alois Irlmaier dem Zahnarzt Köberle hinterlassen hatte und die dieser in der Klamm aufstellen ließ. Beim schweren Unwetter 1998 sei diese heil stehen geblieben.

Der dortigen Quelle wird Heilkraft für die Augen nachgesagt. „Zu solchen Kraftorten massenhaft mit dem Bus hinzufahren, ist freilich kompletter Unsinn", warnte der Redner: „Strahlungen, die für den einen gut sind, sind für den anderen zu stark, und ein Dritter spürt gar nichts."
Wer sich mehr für die Materie interessiert, kann am 14. August an einer 42 Kilometer langen Fußwallfahrt zu den Untersbergkirchen mit Schmatzberger teilnehmen. Start ist um 4 Uhr in der Früh in Großgmain. Untersbergsagen sind nachzulesen im Buch „Im Schattenreich des Untersberges. Von Kaisern, Zwergen, Riesen und Wildfrauen" von Christian Uhlir.

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