| London (dpa) - Der Treibhausgas-Ausstoß einiger
Industrieländer ist nach Schätzungen von Experten deutlich
höher als von den jeweiligen Regierungen angegeben.
So gebe Großbritannien möglicherweise über 90 Prozent
mehr Methan in die Atmosphäre ab. Frankreich liege bei bis
zu 47 Prozenten über den Werten, die für den Emissionshandel
im Kyoto-Protokoll angegeben worden seien, berichtet das britische
Magazin »New Scientist« mit Verweis auf Peter Bergamaschi
vom EU-Forschungszentrum in Ispra (Italien).
Der Grund für den Unterschied seien unzureichende Berechnungen
von »unten nach oben«, die jedoch den tatsächlichen
Treibhaus-Gasgehalt der Atmosphäre gar nicht berücksichtigten,
hieß es. Während die Regierungen quasi zusammenrechneten,
was Industrie, Haushalte oder Landwirtschaft an Treibhausgasen produzieren,
betrachtete Bergamaschis Team weiträumige Messdaten direkt
aus der Atmosphäre, jeweils unter Berücksichtigung von
Witterungsverhältnissen.
Neben viel Unwissen über Berechnungs-grundlagen, vor allem
in den späten 90er Jahren, komme der Emissionshandel als Beweggrund
für die niedrigeren Deklarationen hinzu, monierte auch Euan
Nisbet von der Royal Holloway University in London. |