| Leserbrief zum Kommentar von Egil
Werther "Konsequenzen ziehen" vom 6.06.2006
Der Kommentar von Herrn Werther darf nicht unbeantwortet bleiben.
Wo lebt Egil Werther oder ist er blind gegenüber dem, was in
der Gesellschaft abläuft ?
Im Kommentar analysiert er sehr richtig, Gefahr der Atomwaffen
des Iran, Einsetzen der Ölwaffe, Angriffe auf Tanker im persischen
Golf, der gefährlichen Abhängigkeit von Energieimporten
aus Problemländern, (steigende Weltmarktpreise und die Verknappung
des Angebots,) Versechsfachung der Strompreise hier zu Lande seit
1998.
(Alles sehr richtig beobachtet:) Und sein vorgeschlagener Ausweg:
"Mehr Erdgas in sicheren Gebieten Europas fördern und
Kohle verflüssigen. Das »schwarze Gold« an Ruhr
und Saar ist absolut sicher und ausreichend". Punkt. Sind das
die vorgeschlagenen Konsequenzen?
War's das? Meint er mit "Erdgas aus sicheren Gebieten Europas"
russisches Erdgas aus der Schröder-Pipeline ? Was man davon
zu halten hat, erfuhr die Ukraine im bitterkalten Winter diesen
Jahres. Wenn es ökonomisch sinnvoll wäre, Kohle verflüssigen
(ein alter Hut!) hätten die Energieunternehmen dieses Verfahren
längst umgesetzt. Ist die Kohle an Ruhr und Saar sicher und
ausreichend? Auf jeden Fall ist sie viel zu teuer, deshalb muss
australische Kohle zu einem viel geringeren Preis über die
Weltmeere zu uns transportiert und importiert werden.
Völlig außer Acht lässt Egil Werther die Erneuerbaren
Energien aus Wind, Wasser, Sonne und Biomasse, die bereits jetzt
rund 10% des Strombedarfes decken, mit steigender Tendenz. Zudem
sind sie ein Jobmotor und tragen nicht zur Klimaerwärmung bei,
(wie die oben gerühmten Erdgase und Kohle, sondern mildern
diesen ab.) Erneuerbare Energien ("wachsen" bei uns zu
hause), müssen nicht aus Krisenherden importiert werden, lassen
die Kaufkraft im Lande und wachsen, wie der Name sagt, immer wieder
nach, (sind somit unerschöpflich vorhanden.)
Wie kann er in seinem Kommentar diesen (jungen "boomenden")
Industriezweig (bei seinem "Konsequenzen ziehen") völlig
ignorieren ?
Der Autor ist sicher nicht blind, er geht sehenden Auges durch
die Welt, aber auf einem Auge scheint er sehr, sehr kurzsichtig
zu sein! Oder er schaut nach hinten und nicht nach vorne, da wo
die Zukunft liegt. Er möge sich den Bericht "Die OPEC
hat Angst vor Alternativen Energien" im der Ausgabe vom 8.Juni
des Reichenhaller Tagblattes/Freilassinger Anzeiger zu Gemüte
führen.
Auch das Lesen von Statistiken und Berichten über die Förderung
der Erneuerbaren Energien seitens der Bundesregierung (und die Wahrnehmung
der Wachstumsraten) könnten (den Gang zum Augenarzt vermeiden
oder zumindest) seine Blickrichtung ändern.
Hermann Schubotz
Freilassing
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