Freilassinger Anzeiger vom 8. Juni 2006
Sonnenkraftwerk zahlt Zinsen aus
Die dritte Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Grundschule läuft zufriedenstellend
Solaraktivitäten sind im Umfeld der zu Ende gehenden fossilen Energien zu sehen

Freilassing(schu) Die Jahres-haupt-versammlung des Bürger-Sonnen-kraftwerkes Ainring brachte ein Überraschung für die anwesenden Förderer. Ab nächstem Jahr werden die aufgelaufen und jährlichen Zinsen ausbezahlt. Mit einem Plus von 19 Prozent beim Solarertrag war das vergangene Jahr 2005 das zweitbeste in der fünfjährigen Laufzeit. Das wesentliche Ereignis des vergangenen Jahres bestand für die Solarfreunde Ainring in der Errichtung einer dritten Photovoltaik-Anlage auf der Grundschule Ainring im Herbst 2005, die seither zufriedenstellend läuft.

(Allerdings muss das Engagement der Solaraktiven aus Ainring und Umgebung auch unter dem Einfluss der weltweiten steigenden Anzahl von Naturkatastrophen und den offensichtlich zu Ende gehenden fossilen Energieressourcen zu sehen, wie Schriftführer Hermann Schubotz in seinem Rechenschafts-bericht darlegte. )


Schriftführer Hermann Schubotz listete in seinem Rechenschaftsbericht die wesentlichen Ereignisse des Jahres 2005 auf. Mit der dritten Photovoltaik Anlage (Strom aus Licht) mit einer Leistung von zehn kWh, (diesmal im Ortsteil Feldkirchen auf dem Dach der Grundschule Feldkirchen) erreicht das lokale Bürgersonnenkraftwerk eine Gesamtleistung von 25 kWp. Die Leistung der Solaranlage soll auch mit einer Aussenanzeige am Schulgebäude den Schülern, Lehrern und Passanten sichtbar gemacht werden.

Des Weiteren berichtete Schubotz über die Solarbastelkurse, die in fünf Gemeinden mit 100 Kindern im Rahmen der Ferienprogramme auch mit Unterstützung von Mitgliedern der Solargemeinschaft durchgeführt wurden und die heuer im Sommer fortgesetzt werden.

Die lokalen Solar-Aktivitäten dürften aber nicht isoliert gesehen werden, denn wie aus den Presseberichten des letzten Jahres ersichtlich, häufen sich Naturkatastrophen in Deutschland ebenso wie weltweit. Dass die fossilen Energien zur Neige gehen, zeige sich bereits in den rasant gestiegenen Kosten für Heizöl und Sprit.


Die Mitglieder des Bürger-Sonnenkraftwerkes bekommen nun erstmals Zinsen ausbezahlt. Gesellschafter und Förderer des Bürgersonnenkraftwerkes Ainring nach erfolgreicher Jahreshauptversammlung, im Vordergrund der Vorstand von links, Georg Thesz, Hermann Schubotz, Siegfried Eschlberger. Foto: Hermann Schubotz
(Die Gesetze der Marktwirtschaft besagten, dass je geringer eine Ware am Markt vorhanden sei und je höher der Bedarf dafür steige, desto höher wird der Preis für diese Ware, in diesem Falle Erdöl sich entwickeln. Schubotz verwies auf die beiden Vorträge zum Schluss der Versammlung, die eine konkrete Handlunganleitung zu dieser Zwickmühle anbieten.)

Zwei wesentliche Entscheidungen der verflossenen rot-grünen Regierung hätten den Regierungswechsel überlebt, einmal das Gesetz zum Vorrang erneuerbarer Energien (EEG), das die wirtschaftliche Grundlage für alle Bürgersonnenkraftwerke darstellt und der Atom-Ausstiegsbeschluss. Auch die neue Bundesregierung habe die Notwendigkeit der Förderung der erneuerbaren Energien im Kampf gegen die Globale Erwärmung erkannt.

Hermann Schubotz dankte allen Gesellschaftern und Förderern, dass sie sich persönlich und mit eigenen finanziellen Mitteln für eine Energiewende in der eigenen Heimat eingesetzt haben.

Den Kassenbericht und trug Maria-Anna Eschlberger vor, die von schwarzen Zahlen zum Jahresabschluss 2005 berichten konnte. Die Berichte wurden einstimmig angenommen und der Vorstand für das Jahr 2005 entlastet.

Ein Novum brachte der nächste Punkt der Tagesordnung. Hatten in den vergangenen Jahren die Förderer, das sind Darlehensgeber für die Erstellung von Photovoltaik Anlagen, ihre Ertragszinsen zum Bau weiterer Anlagen auf dem Konto stehen gelassen, so beschlossen die Gesellschafter, dass diese und die aufgelaufenen Zinsen zum Ende dieses oder Beginn nächsten Jahres nun ausbezahlt werden.

(Die Förder mögen ihre betreffende Bankverbindung an Frau Maria-Anna Eschlberger an die im Anschreiben an die Förderer bereits genannt Kontaktdaten bekannt geben. Der Vorstand weist auch auf die im Fördervertrag § 9 und 10 genannte Möglichkeit hin, dass nach fünf Jahren unter gewissen berechtigten Umständen das Kapital vorzeitig und auf Antrag an den Vorstand ausbezahlt werden kann. )

Nach einer anregenden Diskussion über den Bau von weiteren und zukünftigen Photovoltaik Anlagen zur Erzeugung umweltfreundlichen Stroms im Gemeindegebiet schloss der Versammlungsleiter   die diesjährige Jahreshauptversammlung.

Es folgten  zwei Vorträge, Zwischenbericht Energieumstellung 2030 und Aktion "Wärme von der Sonne", über die in einem der nächsten Ausgaben berichten wird. -schu-

zurueck
Umwelt-Webdesign-21, Nachrichten aus Agenda21 Umwelt Natur Energie Photovoltaik Solar und Klima
Web: www.umwelt-webdesign.info  | eMail  | Impressum  | designed by Primaweb  | ©1994-2011  | Datum: 23.10.2011