| Brüssel (dpaJ - Die Organisation Erdöl
exportierender Länder (OPEC) fürchtet inmitten der hohen
Ölpreise den Aufschwung alternativer Energien und einen nachhaltigen
Sparkurs in Europa.
Die Ölproduzenten brauchten Nachfragesicherheit, sagte der
OPEC-Präsident und nigerianische Ölminister Edmund Daukoru
bei einem Treffen seiner Organisation mit Vertretern der EU am Mittwoch
in Brüssel. Nur wenn längerfristig Erdöl gekauft
werde, seien die Produzenten bereit, die nötigen Mittel in
Förderung und Weiterverarbeitung zu investieren. »Wir
haben natürlich Sorgen bezüglich der Nachfragesituation
in einigen Jahren«, bestätigte Saudi-Arabiens Energieminister
Mohamed bin Dhaen AI Hamli.
Zuvor hatten die EU-Vertreter ihre Pläne erläutert, Europa
mit erneuerbaren Energien - etwa aus Wind und Sonne - sowie mit
konsequenten Spar-bemühungen unabhängiger von Öl
und Gas zu machen. |
Der Vorsitzende des EU-Energieministerrats und österreichische
Ressortchef Martin Bartenstein betonte, dies und der Klimaschutz
seien wichtige Themen für die Europäer. »Es gibt
Bereiche, wo wir uns nicht ganz einig sind«, räumte der
saudische Minister ein. Die OPEC-Vertreter betonten, das so genannte
Grünbuch der EU-Kommission zur Energie-politik zeige verschiedene
Alternativen zum Öl auf. Es enthalte aber auch ein Szenario,
das einen steigenden Ölbedarf vorhersage.
Beide Seiten erklärten, sie wollten Spekulations-geschäfte
mit dem Rohölpreis genauer unter die Lupe nehmen. »Angesichts
der hohen Sprunghaftigkeit der Ölpreise sollte den internationalen
Finanzmärkten im Zusammenhang mit spekulativen Geschäften
und ihrem möglichen negativen Einfluss auf die weltweite Öl-versorgung
mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden«, sagte Bartenstein.
Auch Daukoru verlangte eine genauere Beobachtung der Märkte
und sprach sich für eine Langfrist-Strategie aus.
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