| Was von der Drohung des iranischen Ober-Ajatollahs
Ali Chamenei zu halten ist, bei einem Feuerschlag gegen seine Atomwaffen
Anlagen werde Teheran die »Ölwaffe« einsetzen,
wird sich in den anstehenden Verhandlungen zeigen. Will der »Falke«
im Gewand des Geistlichen im Nuklear-Poker nur den Preis hochtreiben,
den die Staatengemeinschaft (vor allem der Westen) für einen
iranischen Verzicht auf Kernwaffen zahlen soll? Oder ist das islamistische
Regime etwa zum Äußersten entschlossen? Es stehen harte,
äußerst harte Gespräche bevor.
Die Iraner müssen viele Fragen beantworten. Warum sprechen
sie von einem Militär-schlag gegen ihre Atomanlagen? Entwickeln
sie wirklich Nuklearwaffen? Viele Hinweise sprechen dafür,
und mit dem Einsatz der »Ölwaffe« droht Teheran
nicht zum ersten Mal. In den jüngsten Übungen hat der
Iran die Verminung der Straße von Hormuz und Angriffe auf
Tanker trainiert. Man kann sich noch gut daran erinnern, dass im
Golf schon einmal Seeminen herumtrieben. Nun bestätigt sich:
Die Energiepolitik ist eng mit der Sicherheits-politik zu verzahnen.
Bereits die Drohung Chameneis hat den Ölpreis steigen lassen.
Die Warnungen der EU und OECD vor einer gefährlichen Abhängigkeit
von Energieimporten (Öl aus elf Problemländern) sind ernst
zu nehmen. In Verbindung mit der globalen Energie-nachfrage ist
die Ölzufuhr ein besonderer Risikofaktor. Die Weltmarktpreise
und die Verknappung des Angebots werden auf der nationalen Ebene
Folgen haben. Auch auf die Strompreise, die hier zu Lande seit 1998
eine Versechsfachung (!) der Abgaben und Steuern erlebt haben.
Ein Ausweg: Mehr Erdgas in sicheren Gebieten Europas fördern
und Kohle verflüssigen. Das »schwarze Gold« an
Ruhr und Saar ist absolut sicher und ausreichend.
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