Freilassinger Anzeiger vom 6. Juni 2006
Der Klimawandel bedroht die Menscheit
Politiker fordern am »Tag der Umwelt« mehr Naturschutz und Sicherungdes Trinkwassers
Berlin (dpa) - Angesichts des fortschreitenden Klimawandels sowie anhaltender Gesundheitsgefahren durch Umwelteinflüsse haben deutsche Politiker und Verbände am internationalen »Tag der Umwelt« schnellere Gegenmaßnahmen angemahnt. Sie verlangten am Montag zügiges Handeln gegen eine heraufziehende Klimakatastrophe sowie mehr Naturschutz und Sicherung von Trinkwasserer und biologischer Vielfalt. Folgen des Klimawandels in Kenia
Die fortschreitende Dürre in vielen Teilen der Erde als Folge der globalen Erwärmung bedroht Menschen und Tiere, wie hier im Norden Kenias in Afrika. (dpa-Bild)

 

Die umweltpolitische Sprecherin der CDU/ CSU-Bundestagsfraktion, Marie-Luise Dött, stellte das Thema »Wüsten und Wüstenbildung« des Umwelttages heraus. Mehr als 40 Prozent der Erdoberfläche seien Trockengebiete, die ein Drittel der Weltbevölkerung beheimateten.

»Das Klima gerät aus dem Lot«, erklärte der Parlamentarische Umwelt-staatssekretär Michael Müller (SPD) unter Hinweis auf neue Gutachten. »Noch nie war die Menschheit so sehr durch ihr eigenes Handeln bedroht«, sagte Müller unter Hinweis auf zunehmende Erwärmung und Hurrikans. Europa und speziell Deutschland müssten beim Klimaschutz vorangehen. Der »Tag der Umwelt« wird jährlich am 5. Juni zur Erinnerung an die Eröffnung der 1.Umweltkonferenz der Vereinten Nationen im Jahr 1972 in Stockholm begangen.

Akute Bedrohungen für das Trinkwasser in Europa sieht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bei Verwirklichung der vom EU-Rat vorgesehenen Grundwasser-richtlinie. Das Europäische Parlament müsse hier nachbessern, sonst drohten handfeste Gesundheitsgefahren von giftigen Pestiziden, Schwermetallen und Arzneimittel-rückständen. Für den Nitratgrenzwert von 50 Milligramm je Liter Grundwasser seien Ausnahmen geplant, die eine großflächige Verschmutzung erwarten ließen. Der Entwurf ignoriere die Wirkung schädlicher Chemikalien auf Kleintiere und andere Organismen im Grundwasser. Das führe dazu, dass die Reinigungskräfte des Wassers gefährdet seien.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) bekräftigte die Absicht, vermehrt Natur-schutzflächen auszuweisen. »Der Schutz intakter Wälder, Meere und anderer Lebensräume als Grundlage für saubere Luft, sauberes Trinkwasser und die Sicherung unserer Ernährung ist unverzichtbar für eine zukunftsfähige Gesellschaft. Der Naturschutz leistet wichtige Beiträge zum globalen Klimaschutz, zur Armutsbekämpfung und zur gerechten Aufteilung der Ressourcen zwischen Industrie- und Entwicklungs-ländern.«

Der Deutsche Bauernverband (DBV) wandte sich gegen Verbote der wirtschaftlichen Nutzung von Naturschutz-gebieten und Ruderte eine flächendeckende Bewirtschaftung durch Land- und Forstwirte sowie Winzer und Gärtner. Die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen sei bedeutsam.

»In einem dicht besiedelten Land wie Deutschland kann man aber den Schutz von Natur und Landschaft, von Arten und Biotopen nicht allein durch Verbotsnaturschutz sicherstellen«, so der DBV.


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