| Berlin (dpa) - Angesichts des fortschreitenden
Klimawandels sowie anhaltender Gesundheitsgefahren durch Umwelteinflüsse
haben deutsche Politiker und Verbände am internationalen »Tag
der Umwelt« schnellere Gegenmaßnahmen angemahnt. Sie verlangten
am Montag zügiges Handeln gegen eine heraufziehende Klimakatastrophe
sowie mehr Naturschutz und Sicherung von Trinkwasserer und biologischer
Vielfalt. |

Die fortschreitende Dürre in vielen Teilen der Erde als Folge
der globalen Erwärmung bedroht Menschen und Tiere, wie hier im
Norden Kenias in Afrika. (dpa-Bild)
Die umweltpolitische Sprecherin der CDU/ CSU-Bundestagsfraktion,
Marie-Luise Dött, stellte das Thema »Wüsten und
Wüstenbildung« des Umwelttages heraus. Mehr als 40 Prozent
der Erdoberfläche seien Trockengebiete, die ein Drittel der
Weltbevölkerung beheimateten. |
| »Das Klima gerät aus dem Lot«,
erklärte der Parlamentarische Umwelt-staatssekretär Michael
Müller (SPD) unter Hinweis auf neue Gutachten. »Noch
nie war die Menschheit so sehr durch ihr eigenes Handeln bedroht«,
sagte Müller unter Hinweis auf zunehmende Erwärmung und
Hurrikans. Europa und speziell Deutschland müssten beim Klimaschutz
vorangehen. Der »Tag der Umwelt« wird jährlich
am 5. Juni zur Erinnerung an die Eröffnung der 1.Umweltkonferenz
der Vereinten Nationen im Jahr 1972 in Stockholm begangen.
Akute Bedrohungen für das Trinkwasser in Europa sieht der
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bei Verwirklichung
der vom EU-Rat vorgesehenen Grundwasser-richtlinie. Das Europäische
Parlament müsse hier nachbessern, sonst drohten handfeste Gesundheitsgefahren
von giftigen Pestiziden, Schwermetallen und Arzneimittel-rückständen.
Für den Nitratgrenzwert von 50 Milligramm je Liter Grundwasser
seien Ausnahmen geplant, die eine großflächige Verschmutzung
erwarten ließen. Der Entwurf ignoriere die Wirkung schädlicher
Chemikalien auf Kleintiere und andere Organismen im Grundwasser.
Das führe dazu, dass die Reinigungskräfte des Wassers
gefährdet seien.
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Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) bekräftigte
die Absicht, vermehrt Natur-schutzflächen auszuweisen. »Der
Schutz intakter Wälder, Meere und anderer Lebensräume
als Grundlage für saubere Luft, sauberes Trinkwasser und die
Sicherung unserer Ernährung ist unverzichtbar für eine
zukunftsfähige Gesellschaft. Der Naturschutz leistet wichtige
Beiträge zum globalen Klimaschutz, zur Armutsbekämpfung
und zur gerechten Aufteilung der Ressourcen zwischen Industrie-
und Entwicklungs-ländern.«
Der Deutsche Bauernverband (DBV) wandte sich gegen Verbote der
wirtschaftlichen Nutzung von Naturschutz-gebieten und Ruderte eine
flächendeckende Bewirtschaftung durch Land- und Forstwirte
sowie Winzer und Gärtner. Die Erhaltung der natürlichen
Lebensgrundlagen sei bedeutsam.
»In einem dicht besiedelten Land wie Deutschland kann man
aber den Schutz von Natur und Landschaft, von Arten und Biotopen
nicht allein durch Verbotsnaturschutz sicherstellen«, so der
DBV.
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