Freilassinger Anzeiger vom 1. Juni 2006
Polizeichef ist ein Überzeugungstäter
Familie Jersch bekennt sich zu regenerativen Energien

BN-Ortsvorsitzender Michael Behringer (links) und Heidi und Berndt Jersch (3./4. von rechts) bei der Besichtigung der Solaranlage.

FREILASSING - Den positiven Erfahrungen mit den modernen Anlagen zur Sonnen-nutzung auf dem Dienstgebäude der Polizeiinspektion Freilassing ließ Polizeichef Berndt Jersch auch im privaten Bereich die Nutzung solarer Energie folgen. Wer sich für klimafreundliches Heizen interessiert, konnte bei einer Besichtigung seiner Anlage wertvolle Informationen erhalten. Nicht nur die direkte Sonnennutzung durch die Photovoltaikanlage und die Warmwasser-Solaranlage interessierte die Besucher, auch die Erfahrung mit der hochmodernen Pelletsheizung stand im Mittelpunkt des Interesses.

Der Bund Naturschutz (BN) hatte zu dieser Besichtigung im Rahmen der bundesweiten Aktion „Wärme von der Sonne" geladen. Gemeinsam mit der Handwerksinnung, Heizung, Sanitär, und Klima, unterstützt vom Berliner Umweltministerium und dem Bundesverband Solarwirtschaft will das Aktions-bündnis für ressourcenschonende, klimafreundliche und unabhängige Energieversorgung werben.

BN-Vorstandsmitglied Wolfgang Fieweger bedankte sich bei Heidi und Berndt Jersch für deren Bereitschaft, über ihre Erfahrungen mit zukunftsweisenden Technologien zu berichten und interessierten Bürgern ihre Anlagen zu zeigen.

Wer seit Jahren unisono mit der Bayerischen Staatsregierung und dem Schirmherrn der Aktion, Landrat Georg Grabner, sich für die Kraft der Sonne einsetzt, oute sich als Überzeugungstäter, der damit die regionale Wirtschaftskraft stärkt, sagte Fieweger.

Er referierte gemeinsam mit dem Innungs-vertreter Thomas Koch über Klima- und Umweltschutz, das Wirtschaftswachstum speziell im regenerativen Energiebereich. Umweltschutz und Wirtschaftsentwicklung widersprächen sich nicht, im Gegenteil, sie seien eine zukunftsfähige Kombination mit enormen Entwicklungspotentialen. Genau aus diesem Grund engagiere sich auch der Bundesverband Solarwirtschaft BSW bei den regionalen Agenda 21 - und Solarinitiativen und nutze deren Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit, um einer zukunftsweisenden Energieversorgung den Weg zu ebnen.

In unserem Landkreis funktioniert das Bündnis von Handwerkern, Landratsamt und Umweltschützern laut den Referenten seit nahezu zehn Jahren hervorragend und man hat mit der erfolgreichen Aktion „Sonnen-energie vom Watzmann bis zum Wendelstein" den BSW ermutigt, diesen Schritt zu wagen.

Die immer knapper werdenden fossilen Energieträger verlangten eine schnelle Energie-wende. Das biete große Chancen für regionale, umweltfreundliche und unabhängige Energie-versorgungssysteme und fördere die Wirtschaftskraft und somit die Arbeitsplätze vor Ort, erklärte der Bund Naturschutz-Referent.

Die Energieleistung der Sonne auf einen Quadratmeter pro Jahr entspricht circa 100 Liter Heizöl. Dies gilt es zu nutzen. Verglichen mit der Energieausbeute kosten die Holzpellets derzeit um die Hälfte weniger als das Heizöl. Eine solarunterstützte Pellets-heizung ist um etwa ein Drittel teurer als eine gleichwertige Ölheizung, berichtete Koch.

Dafür bekomme man für die Pelletsheizung derzeit 1.360 Euro Förderung durch die Bundesregierung. Ebenso gefördert wird die Solaranlage. Wird mit dieser die Heizung unterstützt, bekommt man 108 Euro für jeden Quadratmeter Kollektorfläche. Bei einer reinen Warmwasseranlage gibt es immerhin noch 84 Euro pro Quadratmeter Sonnenkollektor. Mit der Förderung und dem niedrigeren Pellets-preis werden die Mehrkosten innerhalb weniger Jahre mehr als wettgemacht. Da ihre ursprüngliche Ölheizung ausgetauscht werden sollte, brachte Heidi Jersch, Motor des Haus-haltes (Familie) und engagierte Umwelt-schützerin, alternative Heizmöglichkeiten mit in die Planung. Die Angebote überzeugten, der Kohlendioxidausstoß wird durch Pellets um mehr als 80 Prozent verringert. Für die Nutzer fast wartungsfrei funktioniert die mit 15 Kilowatt ausgelegte Heizung. Die Pellets werden vom Tank automatisch in den Brenner gefördert, die Temperaturen mittels eines Regelwerks angepasst. Nur den Aschenkasten müsse er von Zeit zu Zeit leeren, berichtete Berndt Jersch.

Das Heizmaterial komme wie das Öl mit einem Tankwagen und werde mittels eines Füllschlauches in den Vorratsraum gefüllt. „Sehr erfreulich ist dabei auch, dass der unangenehme Ölgeruch wegfällt", schwärmt Ehefrau Heidi. Im Sommer übernehmen dann die 14 Quadratmeter Sonnenkollektoren vollständig die Warmwasserversorgung. In der übrigen Zeit unterstützen diese dann auch die Heizung. Innerhalb weniger Jahre seien die Mehrkosten für Solaranlage und Pellets-heizung bei dem derzeitigen Ölpreis wettgemacht, freut sich die Familie Jersch.

zurueck
Umwelt-Webdesign-21, Nachrichten aus Agenda21 Umwelt Natur Energie Photovoltaik Solar und Klima
Web: www.umwelt-webdesign.info  | eMail  | Impressum  | designed by Primaweb  | ©1994-2011  | Datum: 23.10.2011