
BN-Ortsvorsitzender Michael Behringer (links) und Heidi und Berndt
Jersch (3./4. von rechts) bei der Besichtigung der Solaranlage.
FREILASSING - Den positiven Erfahrungen mit den modernen
Anlagen zur Sonnen-nutzung auf dem Dienstgebäude der Polizeiinspektion
Freilassing ließ Polizeichef Berndt Jersch auch im privaten
Bereich die Nutzung solarer Energie folgen. Wer sich für klimafreundliches
Heizen interessiert, konnte bei einer Besichtigung seiner Anlage
wertvolle Informationen erhalten. Nicht nur die direkte Sonnennutzung
durch die Photovoltaikanlage und die Warmwasser-Solaranlage interessierte
die Besucher, auch die Erfahrung mit der hochmodernen Pelletsheizung
stand im Mittelpunkt des Interesses.
Der Bund Naturschutz (BN) hatte zu dieser Besichtigung im Rahmen
der bundesweiten Aktion „Wärme von der Sonne" geladen.
Gemeinsam mit der Handwerksinnung, Heizung, Sanitär, und Klima,
unterstützt vom Berliner Umweltministerium und dem Bundesverband
Solarwirtschaft will das Aktions-bündnis für ressourcenschonende,
klimafreundliche und unabhängige Energieversorgung werben.
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BN-Vorstandsmitglied Wolfgang Fieweger bedankte
sich bei Heidi und Berndt Jersch für deren Bereitschaft, über
ihre Erfahrungen mit zukunftsweisenden Technologien zu berichten
und interessierten Bürgern ihre Anlagen zu zeigen.
Wer seit Jahren unisono mit der Bayerischen Staatsregierung und
dem Schirmherrn der Aktion, Landrat Georg Grabner, sich für
die Kraft der Sonne einsetzt, oute sich als Überzeugungstäter,
der damit die regionale Wirtschaftskraft stärkt, sagte Fieweger.
Er referierte gemeinsam mit dem Innungs-vertreter Thomas Koch
über Klima- und Umweltschutz, das Wirtschaftswachstum speziell
im regenerativen Energiebereich. Umweltschutz und Wirtschaftsentwicklung
widersprächen sich nicht, im Gegenteil, sie seien eine zukunftsfähige
Kombination mit enormen Entwicklungspotentialen. Genau aus diesem
Grund engagiere sich auch der Bundesverband Solarwirtschaft BSW
bei den regionalen Agenda 21 - und Solarinitiativen und nutze deren
Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit, um einer zukunftsweisenden
Energieversorgung den Weg zu ebnen.
In unserem Landkreis funktioniert das Bündnis von Handwerkern,
Landratsamt und Umweltschützern laut den Referenten seit nahezu
zehn Jahren hervorragend und man hat mit der erfolgreichen Aktion
„Sonnen-energie vom Watzmann bis zum Wendelstein" den
BSW ermutigt, diesen Schritt zu wagen.
Die immer knapper werdenden fossilen Energieträger verlangten
eine schnelle Energie-wende. Das biete große Chancen für
regionale, umweltfreundliche und unabhängige Energie-versorgungssysteme
und fördere die Wirtschaftskraft und somit die Arbeitsplätze
vor Ort, erklärte der Bund Naturschutz-Referent. |
Die Energieleistung der Sonne auf einen Quadratmeter
pro Jahr entspricht circa 100 Liter Heizöl. Dies gilt es zu
nutzen. Verglichen mit der Energieausbeute kosten die Holzpellets
derzeit um die Hälfte weniger als das Heizöl. Eine solarunterstützte
Pellets-heizung ist um etwa ein Drittel teurer als eine gleichwertige
Ölheizung, berichtete Koch.
Dafür bekomme man für die Pelletsheizung derzeit 1.360
Euro Förderung durch die Bundesregierung. Ebenso gefördert
wird die Solaranlage. Wird mit dieser die Heizung unterstützt,
bekommt man 108 Euro für jeden Quadratmeter Kollektorfläche.
Bei einer reinen Warmwasseranlage gibt es immerhin noch 84 Euro
pro Quadratmeter Sonnenkollektor. Mit der Förderung und dem
niedrigeren Pellets-preis werden die Mehrkosten innerhalb weniger
Jahre mehr als wettgemacht. Da ihre ursprüngliche Ölheizung
ausgetauscht werden sollte, brachte Heidi Jersch, Motor des Haus-haltes
(Familie) und engagierte Umwelt-schützerin, alternative Heizmöglichkeiten
mit in die Planung. Die Angebote überzeugten, der Kohlendioxidausstoß
wird durch Pellets um mehr als 80 Prozent verringert. Für die
Nutzer fast wartungsfrei funktioniert die mit 15 Kilowatt ausgelegte
Heizung. Die Pellets werden vom Tank automatisch in den Brenner
gefördert, die Temperaturen mittels eines Regelwerks angepasst.
Nur den Aschenkasten müsse er von Zeit zu Zeit leeren, berichtete
Berndt Jersch.
Das Heizmaterial komme wie das Öl mit einem Tankwagen und
werde mittels eines Füllschlauches in den Vorratsraum gefüllt.
„Sehr erfreulich ist dabei auch, dass der unangenehme Ölgeruch
wegfällt", schwärmt Ehefrau Heidi. Im Sommer übernehmen
dann die 14 Quadratmeter Sonnenkollektoren vollständig die
Warmwasserversorgung. In der übrigen Zeit unterstützen
diese dann auch die Heizung. Innerhalb weniger Jahre seien die Mehrkosten
für Solaranlage und Pellets-heizung bei dem derzeitigen Ölpreis
wettgemacht, freut sich die Familie Jersch.
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