Freilassinger Anzeiger vom 1. Juni 2006
Die Auswirkungen des Klimawandels sind bereits messbar
 

Augsburg (dpa/lby) - Der Klimawandel ist für die Wasserfachleute vom Bayerischen Landesamt für Umwelt bereits Realität. Langzeitauswertungen ergaben, dass die mittlere Wassertemperatur des Ammersees in den vergangenen 30 Jahren um anderthalb Grad angestiegen ist, teilte das Amt in Augsburg mit. Bayern erlebe einen immer schnelleren Wasserkreislauf.

Der kalte Februar 2005 hatte die Wasser-fachleute wochenlang in Atem gehalten, denn bei starker Eisbildung drohten die Flüsse auszuufern. Dauerfrost führten an einigen Bächen und Flüssen zu gefährlichem Grundeis, das regelmäßig entfernt werden musste. Ende März 2005 führte dann die starke Schnee-schmelze vor allem in Mittelfranken zu Überschwemmungen. Der ungewöhnlich warme Juni brachte zudem eine außergewöhnlich starke Algenblüte im Main.

Ungewöhnlich ergiebiger Regen verursachte im August Murenabgänge und Hochwasser. Im Herbst 2005 ließen dann vier trockene Monate in Folge die Wasserstände an Flüssen und Seen und den Grundwasserspiegel absinken. Am Bodensee wurde ein historischer Tiefststand gemessen. In Nordbayern, das vom Sommer-hochwasser kaum betroffen war, sanken die Grundwasserspiegel vielfach unter die lang-jährigen Mittelwerte.

 
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