| LAUFEN - Sehr konkret war der Vorschlagskatalog
für die Wiederbelebung der Laufener Innenstadt, den Bernd Steindorf
im Rahmen der jüngsten Agenda-21-Sitzung aufstellte. Vor allem
die Rottmayrstraße und der Tourismus lagen Steindorf am Herzen,
verbunden mit dem Wunsch eines guten Zusammen-wirkens aller Beteiligten
und der Forderung nach einem städtischen „Kümmerer",
also einer städtischen Anlaufstelle, die „alle Fäden
in der Hand hält".
Die Liste der Vorschläge unter der Überschrift „Leben
findet Innenstadt" war lang und ließ sich grob in Veranstaltungen,
Maßnahmen der Infrastruktur, Werbung und organisatorische
Fragen unterteilen. Der größte Block waren Vorleistungen
der Kommune, um die Innenstadt attraktiver zu machen. So wird durch
den Stegbau ein neuer Altstadt-rundweg möglich, die anliegenden
Häuser an den historischen Plätzen der Altstadt könnten
dem Besucher mittels Schautafeln erklärt werden. Steindorf
regte eine klare Trennung und Privilegierung zwischen den Parkplätzen
der Altstadtbewohner und den Besuchern an.
Ein wesentlicher Punkt war die Einrichtung eines reinen Fußgängerbereichs
in der Rott-mayrstraße nach dem Gasthaus Greimel bis hinunter
zum Alten Rathaus. Die gastronomischen Betriebe könnten die
Straße als Bewirtungsraum nutzen. Zufahrts-möglichkeiten
für Anwohner und Lieferanten wären mit festgelegten Zeiten
und entsprechenden Ausweisen weiter möglich.
Über die Altstadt hinaus sollte Laufen seine überörtlichen
Verkehrsprobleme mit über 1.100 Schwerfahrzeugen mit einer
entsprechenden Ortsumgehung baldmöglichst in den Griff bekommen,
so Steindorf. Denn 1999 waren es 254.168 Lkw, die durch die Salzachstadt
fuhren, 2005 ergab die Messstelle des Straßenbauamtes in Mayerhofen
319.875 Laster jährlich, eine Steigerung um 26 Prozent. Er
schlug vor, den Schilderwald auszulichten und auf die städtischen
Einrichtungen nach dem Vorbild Bad Reichenhalls zu beschränken.
Die Durchführung thematischer Märkte auf den Altstadtplätzen
wäre ebenso möglich wie verkaufsoffene Sonntage mit Sonder-veranstaltungen
im Altstadtbereich. Unter dem Oberbegriff Werbung würde die
Verknüpfung gewerblicher und kultureller Sonder-veranstaltungen
mit dem gesamten Rupertiwinkel und Salzburgs fallen. |

Die Rottmayrstraße soll bald als Fußgängerzone
ausgebaut und „fußläufig " genutzt werden,
lautet der Wunsch der Aktiven der Laufener Agenda-21.
Organisierte Stadtführungen und kulinarische Schmankerl wie der
„Laufener Schifferbraten" oder das „Kapuzinerschnitzel"
wären die Grund-lage für die Organisation von Tagesausflügen
durch Busunternehmer.
Die Organisation des „Begriffs Laufen" sei der schwierigste Teil.
Hier sollte der Historische Verein Rupertiwinkel ebenso einbezogen
werden wie die Stadt Oberndorf. Eine repräsentative Internetpräsenz
sollte alle Facetten verbal und bildlich umfangreicher als bisher
herausstellen. Steindorf regte eine Lenkung des Waren-angebots speziell
für die Innenstadt und im Besonderen für die Rottmayrstraße
an.
Direktvermarktung, Feinkost, Secondhand, Bücher, Musik, Töpfereien
seien seiner Meinung nach Nischen, die neben der Gastronomie, Bäckern,
Metzgern und dem Kunstgewerbe in der Enge der Altstadt längerfristig
Chancen hätten, da diese Bereiche nicht von der Laufkundschaft
lebten. Alle diese Vorschläge implizieren ein verstärktes
Augenmerk auf den Tagestourismus.
Schonungslos war die Bestandsaufnahme von Steindorf: immer weniger
Geschäfte in der Innenstadt, zu wenig Umsatz, kein Produktangebot.
Die Konkurrenz in Oberndorf ist attraktiv und umfangreich, die Güter
des täglichen Bedarfs werden zusehends in der Peripherie abgedeckt.
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Parkplätze sind in der Laufener Altstadt ausreichend
vorhanden, aber nicht unmittelbar vor dem Geschäft. Die Verkehrssituation
ist unbefriedigend, das Blechchaos in der Schloßstraße
hinreichend bekannt. Die Kaufkraft ist im Landkreis weit unter dem
Landesdurchschnitt, rund ein Drittel aller Laufener Arbeitnehmer
müssen auspendeln und ziehen weitere Kaufkraft ab.
Ebenso negativ ist die touristische Betrachtung Laufens: Die Namen
Salzburg und Berchtesgaden sind weltbekannt, doch die Übernachtungszahlen
Laufens sind rückläufig. In den einschlägigen Reiseführern
existiert Laufen praktisch nicht. Auch sind die Hinweise auf Laufen
in den Veröffentlichungen der Berchtesgadener Land Tourismus
GmbH spärlich, kritisierte Steindorf: „Im gut gemachten
Imagefilm 'alles andere als flach' endet der Landkreis am Kloster
Höglwörth."
Dies sei verwunderlich, so Steindorf, da es doch zahlreiche Entspannungs-,
Ausflugs-und Besichtigungs-möglichkeiten gäbe. Eine Steigerung
des Bekanntheitsgrades durch eine entsprechende Präsenz in
Reiseliteratur und Internet über Laufener Freizeit- und Kulturangebote
sei daher dringend nötig.
Lebhaft war die anschließende Diskussion. Stadträtin
Agnes Thanbichler verteidigte die Arbeit der BGL Tourismus GmbH,
da diese Einrichtung von Vorschlägen aus der Region lebe. Günter
Fixl von Laufen Aktiv e.V. legte Wert darauf, dass der Tagestourismus
ein wichtiger Bestandteil der Altstadtbelebung sein könne.
Inke Krauss brachte ihre Zweifel am Bewusstsein der Bürger
zum Ausdruck und Dr. Josef Heringer hielt dem entgegen, dass das
Bewusstsein und die Sehnsucht vieler Menschen zu charakteristischen
Eindrücken, menschlicher Begegnung und Urbanität durchaus
vorhanden ist und vielerorts von den modernen Shopping-Centern als
Kaufanreiz genutzt würde.
Eine Perspektive für die Rottmayrstraße könnte
laut Heringer die Ansiedlung von Handwerk und Kunst sein. In Folge
des Stegbaus werde die Straße die „fußläufige
und fahrradmäßige Wiederbelebung der alten Verkehrslinie"
zwischen der Altstadt und der österreichischen Altach erfahren.
Kunst-gewerbe, Ateliers und Spezialgeschäfte wären richtig
angesiedelt, Antiquitäten. Keramik und Buchbindekunst gäbe
es bereits.
Das Ziel wäre das Aufblühen einer StadtKunstAchse, so
Heringer. Das nächste Treffen der Agenda-21 findet am Mittwoch,
17. Mai, im Rottmayr-saal des Alten Rathauses um 20 Uhr statt.
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