Freilassinger Anzeiger vom 28. März 2006
Regenerative Energien immer attraktiver
Saaldorf -Surheims Grüne planen Veranstaltungsreihe mit Start im April

SAALDORF-SÜRHEIM - Die Nutzung erneuerbarer Energien und Möglichkeiten der Energieeinsparung waren Themen-schwerpunkte bei der jüngsten Ortsversammlung der Grünen Saaldorf-Surheim. Daneben standen die Salzachsanierung, die Erweiterung des Salzburger Flughafens und aktuelle Gemeinde-politik im Blickpunkt.


Ein wichtiges Anliegen der Ortsgruppe sei es, die Nutzung erneuerbarer Energien und Möglichkeiten der Energieeinsparung in der Gemeinde voranzubringen, so Vorstands-mitified Matthias Seufert. Die steigenden Kosten von Öl und Gas und die spürbaren klimatischen Veränderungen durch den erhöhten Kohlendioxid-Ausstoß würden regenerative Energieträger wie Sonne und Biomasse zunehmend attraktiver machen.

Mit einer Reihe von Vorträgen kompetenter Fachleute will der Ortsverband die Öffent;chkeit informieren. So sind Vortragsabende geplant zu den Themen „Nutzung regenerativer Energien und Energiesparmöglichkeiten bei Neubauten", „Altbausanierung und Heizungsemeuerung" und schließlich „Energie-gewinnung durch Biomasse in der heimischen Landwirtschaft". Matthias Seufert teilte mit, dass die Veranstaltungsreihe im April starten werde.

Gemeinderat Norbert Höhn ergänzte dazu, dass man auch auf Gemeindeebene mit dazu beitragen wolle, das Thema „Energiezuunft" wieder mehr in den Mittelpunkt zu rücken. Dazu solle ein Vorschlag für Richtlinien zur Förderung erneuerbarer Energien und zur Energieeinsparung in den Gemeinderat eingebracht werden.

Es sei zu hoffen, dass diese Vorschläge als Diskussionsgrundlage angenommen werden, nachdem ja bereits vor einem Jahr der Erlass solcher Richtlinien einstimmig beschlossen worden sei, so Höhn.

Ortsvorsitzender Hans Weiß berichtete über die Pläne zur Erweiterung des Flughafens Salzburg. Die Lärmbelastungen seien an manchen Tagen jetzt schon grenzwertig. Der geplante Ausbau dürfe deshalb nicht wider-spruchslos hingenommen werden. Die Gemeinde müsse ihren Einfluss mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln geltend machen, um auf das Problem hinzuweisen. Einstimmig beschlossen die Versammlungsteilnehmer, sich mit den Aktionen gegen den geplanten Ausbau zu solidarisieren und aktiv daran zu beteiligen.

Im Zusammenhang mit der geplanten Errichtung des Globusmarktes in Freilassing stellte Norbert Höhn klar, dass die Grünen eindeutig gegen dieses Vorhaben sind. „Es ist unsinnig, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben" , so Höhn. Man könne die regionale Wirtschaftskraft nicht mit einem Marktsegment stärken, welches auf österreichischer Seite schon weitgehend besetzt ist. Gleichzeitig würde man damit viele Arbeitsplätze im heimischen Einzelhandel gefährden.

Zum Thema „Salzachsanierung" konnte Norbert Höhn berichten, dass durch das August-Hochwasser 2002 eine dramatische Situation im so genannten Laufener Becken entstanden sei. Bei einem ähnlichen Schadensereignis bestünde die ernste Gefahr eines Sohldurchbruchs, der nicht kalkulierbare Folgeschäden nach sich ziehen würde.

Dies sei der Grund, warum die Arbeiten zur Salzachsanierung in diesem Bereich vorgezogen würden. Die immer noch vereinzelt vorgetragene Forderung, im Rahmen der Renaturierungs-maßnahmen ein Kraftwerk zu errichten, bezeichnete Höhn als „Geisterdiskussion ohne realen Hintergrund".

„Wir Grünen sind uneingeschränkt für die Nutzung regenerativer Energien, also auch für Wasserkraft". Bei der Salzachrenaturierung handle es sich allerdings um ein Projekt mit überregionaler Bedeutung, gehe es hier doch um die Erhaltung des letzten frei fließenden Gewässers im gesamten bayerischen Alpenraum. Dies seien auch die argumentativen Vorgaben beim Raumordnungs-verfahren gewesen. „Uns Grüne hier eines Widerspruchs zu bezichtigen ist absurd und lächerlich", so Höhn.

Im Brennpunkt der Gemeindepolitik stehen derzeit die Sanierungsmaßnahmen bei den Sporthallen. Gemeinderat Dr. FalkHoyer unterstützte ausdrücklich die Entscheidung von Bürgermeister Ludwig Nutz, die Hallen wegen des unkalkulierbaren Risikos vorüber-gehend zu schließen. Eine breite Diskussion entspann sich über die zukünftige Nutzung der Saaldorfer Halle. Die Versammlungs-teilnehmer waren sich allerdings einig, dass ein Kosten-Nutzen-Konzept erarbeitet werden müsse, sollte die Halle weiterhin für Groß-veranstaltungen konzipiert werden.


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