| FREILASSING (st) - Zumindest in weite Ferne
gerückt, wenn nicht ganz gestorben ist das Projekt, Freilassing
und Salzburg mit einem Fußgänger- und Radiersteg über
die Saalach beim Saalachspitz zu verbinden. Von Salzburger Seite
wird der schwarze Peter dem Partner Freilassing zugeschoben. Dort
gebe es Probleme mit der Grundeinlösung, sagte Bürgermeister
Heinz Schaden, der das vorgesehene Geld nun anderweitig verwenden
will.
„Der Grunderwerb hätte sich sehr schwierig gestaltet",
bestätigte Freilassings Bauamtsleiter Michael Knappe. Offenbar
sind die Bauern, denen die benötigten Flächen gehören,
nicht gerade begeistert von einem Steg. Sie befürchten noch
mehr Fußgänger mit Hunden und deren ungeliebte Hinterlassen-schaften.
Ein weiterer Grund waren wachsende Kosten. Ursprünglich direkt
am Spitz geplant, rückte das Bauwerk planerisch zuletzt 350
Meter weiter in Richtung Rupertus-brücke. Die vorgesehene Aufweitung
der Saalach machte dies nötig. Damit verlängerte sich
aber auch das Bauwerk, die geschätzten Kosten verdoppelten
sich nahezu.
Trotzdem verfolgte die Stadt Salzburg das Projekt als Vorhabensträger
weiter. Noch im Dezember vergangenen Jahres segnete der Gemeinderat
der Mozartstadt den Finanz- und Terminplan ab. Baubeginn hätte
im Sommer dieses Jahres sein sollen, mit der Fertigstellung rechnete
man im Herbst 2007. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung ließ
Bürgermeister Heinz Schaden nun wissen, dass es mit den benötigten
Grundstücken auf Freilassinger Seite große Probleme gebe
und deshalb heuer nicht gebaut wird.
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Auf harsche Kritik seitens der FPÖ-Fraktion
im Gemeinderat stieß in diesem Zusammenhang Schadens Ankündigung,
das vorgesehene Geld für den Ausbau der ASKÖ-Sportanlage
Gnigl zu verwenden. „Diese Vorgangsweise ist nicht in Ordnung
und verzögert den Bau des Steges weiter", erklärte
die Klubobfrau im Gemeinderat, Doris Tazi. Es sei vernünftiger,
das Geld, so lange nicht gebaut werden könne, für die
Planung eines Fortsetzungs-steges über die Salzach nach Muntigl
zu verwenden.
Mit diesem Weiterbau über die Salzach würde laut Tazi
eine dringend benötigte Ver-bindung zwischen Freilassing, Bergheim
und Salzburg entstehen. „Die Realisierung eines neuen Steges
über die Salzach muss umgehend geprüft werden", meinte
die FPÖ-Klub-obfrau. In Kooperation mit der finanzstarken Gemeinde
Bergheim habe der Salzach-Steg sicher gute Chancen. Die Stadt solle
die Ver-handlungen mit Bergheim daher möglichst bald angehen.
Der Steg über die Saalach und in der Konseuenz auch weiter
über die Salzach nach Muntigl geht auf eine Idee von Freilassings
3. Bürgermeister Heinrich Auerbach zurück. Er erinnerte
sich an die einst bestehende Fährverbindung, von der die Stelle
noch heute die Bezeichnung „Überfuhr" hat. |
Im Grundsatz einigten sich die Städte Freilassing
und Salzburg in Gestalt der Bürgermeister Heinz Schaden und
Josef Fiatscher auf einen Steg zunächst über die Saalach.
Die Stadt Salzburg als Projektträger sah als Standort den Bereich
etwa 350 Meter saalachaufwärts vom„Saalachspitz"
vor, auch weil hier auf Salzburger Seite ein bestehender Forstweg
vorbanden ist, welcher als Verbindung zum Saalachtreppelweg benützt
werden könnte, ohe einen neuen Weg im Auwald errichten zz müssen.
Der Steg sollte eine Verbindung des bayerischen Salzachtreppelweges
mit den Salzburger Treppelwegen an Salzach und Saalach herstellen.
Das Projekt fand aber nicht nur Zustimmung. „Es geht ein
Steg nach nirgendwo titelte Leserbriefschreiber Norbert Höhn
aus Saaldorf-Surheim und mokierte sich über den Standort. Wenn
schon, sollte ein Steg in Höhe Surheim über die Salzach
führen, meinte er. Hier wäre er sinnvoller, weil es die
meisten Freilassinger ohnehin über die neue Rupertusbrücke
näher hätten.
Auch im Freilassinger Stadtrat war man nicht einhelliger Meinung,
was den Nutzen dieser Verbindung anbetrifft. So mahnte etwa CSU-Sprecher
Dieter Moosleitner in den Haushaltsberatungen, nicht notwendige
Maßnahmen aus finanziellen Gründen zu verschieben. Explizit
nannte er den Saalachsteg. Laut dem Finanzierungsplan hätte
Salzburg 1,2 Millionen Euro zu tragen gehabt, Freilassing 600.000
Euro. Von diesem Beträgen hätten 32 Prozent die Europäische
Union übernommen. Die Mittel im Rahmen der Interreg-Förderprogramms
sind bereits bewilligt.
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