Freilassinger Anzeiger vom 3. März 2006
Saalachsteg am Spitz in weite Ferne gerückt
Stadt Salzburg will Geld nun anderweitig verwenden - Kritik von der FPÖ

FREILASSING (st) - Zumindest in weite Ferne gerückt, wenn nicht ganz gestorben ist das Projekt, Freilassing und Salzburg mit einem Fußgänger- und Radiersteg über die Saalach beim Saalachspitz zu verbinden. Von Salzburger Seite wird der schwarze Peter dem Partner Freilassing zugeschoben. Dort gebe es Probleme mit der Grundeinlösung, sagte Bürgermeister Heinz Schaden, der das vorgesehene Geld nun anderweitig verwenden will.

„Der Grunderwerb hätte sich sehr schwierig gestaltet", bestätigte Freilassings Bauamtsleiter Michael Knappe. Offenbar sind die Bauern, denen die benötigten Flächen gehören, nicht gerade begeistert von einem Steg. Sie befürchten noch mehr Fußgänger mit Hunden und deren ungeliebte Hinterlassen-schaften. Ein weiterer Grund waren wachsende Kosten. Ursprünglich direkt am Spitz geplant, rückte das Bauwerk planerisch zuletzt 350 Meter weiter in Richtung Rupertus-brücke. Die vorgesehene Aufweitung der Saalach machte dies nötig. Damit verlängerte sich aber auch das Bauwerk, die geschätzten Kosten verdoppelten sich nahezu.

Trotzdem verfolgte die Stadt Salzburg das Projekt als Vorhabensträger weiter. Noch im Dezember vergangenen Jahres segnete der Gemeinderat der Mozartstadt den Finanz- und Terminplan ab. Baubeginn hätte im Sommer dieses Jahres sein sollen, mit der Fertigstellung rechnete man im Herbst 2007. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung ließ Bürgermeister Heinz Schaden nun wissen, dass es mit den benötigten Grundstücken auf Freilassinger Seite große Probleme gebe und deshalb heuer nicht gebaut wird.

Auf harsche Kritik seitens der FPÖ-Fraktion im Gemeinderat stieß in diesem Zusammenhang Schadens Ankündigung, das vorgesehene Geld für den Ausbau der ASKÖ-Sportanlage Gnigl zu verwenden. „Diese Vorgangsweise ist nicht in Ordnung und verzögert den Bau des Steges weiter", erklärte die Klubobfrau im Gemeinderat, Doris Tazi. Es sei vernünftiger, das Geld, so lange nicht gebaut werden könne, für die Planung eines Fortsetzungs-steges über die Salzach nach Muntigl zu verwenden.

Mit diesem Weiterbau über die Salzach würde laut Tazi eine dringend benötigte Ver-bindung zwischen Freilassing, Bergheim und Salzburg entstehen. „Die Realisierung eines neuen Steges über die Salzach muss umgehend geprüft werden", meinte die FPÖ-Klub-obfrau. In Kooperation mit der finanzstarken Gemeinde Bergheim habe der Salzach-Steg sicher gute Chancen. Die Stadt solle die Ver-handlungen mit Bergheim daher möglichst bald angehen.

Der Steg über die Saalach und in der Konseuenz auch weiter über die Salzach nach Muntigl geht auf eine Idee von Freilassings 3. Bürgermeister Heinrich Auerbach zurück. Er erinnerte sich an die einst bestehende Fährverbindung, von der die Stelle noch heute die Bezeichnung „Überfuhr" hat.

Im Grundsatz einigten sich die Städte Freilassing und Salzburg in Gestalt der Bürgermeister Heinz Schaden und Josef Fiatscher auf einen Steg zunächst über die Saalach. Die Stadt Salzburg als Projektträger sah als Standort den Bereich etwa 350 Meter saalachaufwärts vom„Saalachspitz" vor, auch weil hier auf Salzburger Seite ein bestehender Forstweg vorbanden ist, welcher als Verbindung zum Saalachtreppelweg benützt werden könnte, ohe einen neuen Weg im Auwald errichten zz müssen. Der Steg sollte eine Verbindung des bayerischen Salzachtreppelweges mit den Salzburger Treppelwegen an Salzach und Saalach herstellen.

Das Projekt fand aber nicht nur Zustimmung. „Es geht ein Steg nach nirgendwo titelte Leserbriefschreiber Norbert Höhn aus Saaldorf-Surheim und mokierte sich über den Standort. Wenn schon, sollte ein Steg in Höhe Surheim über die Salzach führen, meinte er. Hier wäre er sinnvoller, weil es die meisten Freilassinger ohnehin über die neue Rupertusbrücke näher hätten.

Auch im Freilassinger Stadtrat war man nicht einhelliger Meinung, was den Nutzen dieser Verbindung anbetrifft. So mahnte etwa CSU-Sprecher Dieter Moosleitner in den Haushaltsberatungen, nicht notwendige Maßnahmen aus finanziellen Gründen zu verschieben. Explizit nannte er den Saalachsteg. Laut dem Finanzierungsplan hätte Salzburg 1,2 Millionen Euro zu tragen gehabt, Freilassing 600.000 Euro. Von diesem Beträgen hätten 32 Prozent die Europäische Union übernommen. Die Mittel im Rahmen der Interreg-Förderprogramms sind bereits bewilligt.


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