Freilassinger Anzeiger vom 6. Februar 2006
Die Sanierung der Salzach rückt näher
Voraussichtlich im Herbst wird mit der Umsetzung der nötigen Maßnahmen begonnen
Salzach-Sanierung im Herbst
Informierten über die Salzachsanierung (von links): Landrat Georg Grabner, MdL Anton Kern, Staatssekretär MdL Dr. Ottmar Bernhard, MdL Roland Richter und Leitender Baudirektor Günter Hopf. Foto: Wünsche-Reitter
 

Das Problem bei Letzterer sei nicht nur die Längsströmung, sondern vor allem die starken Quer-strömungen, bedingt durch die beiden Schlingen, wie Günter Hopf vom Wasser-wirtschaftsamt erläuterte.

„Dort geht es rund, was die Kraft des Wassers angeht" und „von Freilassing bis Burghausen ist die Salzach aus dem Ruder gelaufen", schilderte Hopf den prekären Zustand des Flusses.

Bei der Festlegung der Abfolge der Maßnahmen komme es darauf an, so effektiv wie möglich zu sein und jedes Risiko zu vermeiden. Ein Risiko könnte die Beschädigung von Ufersicherungen und damit nach-folgende Über-schwemmungen sein.

Richter ergänzte, die drei Maßnahmen seien ein Paket und Staatssekretär Bernhard fügte hinzu, ein Eingriff bedinge den anderen. Und nur wenn alle drei Maßnahmen auf einer Zeitschiene abgeschlossen seien, sei eine dauerhafte Fluss-Stabilität gewährleistet.

Während sich die Gesprächs-teilnehmer in den Punkten Sanierungsmaßnahmen und Finanzierung einig waren, hakte es offenbar beim Thema Nutzung der Wasserkraft der Salzach. Der Befürworter einer solchen Nutzung, der Landtagsabgeordnete Anton Kern, musste einräumen, dass er mit seinem Engagement für Leichtkraftwerke nicht sehr viel weitergekommen sei. Die Aussichten auf eine Rentabilität solcher Investitionen stünden derzeit nicht gut. Demzufolge sei auch kein Investor in Sicht.

Eine Salzachsanierung unter dem Aspekt der Nutzung der Wasserkraft würde überdies ein ganz anderes Konzept bedingen, so die Auskunft von technischer Seite. Unter Umwelt-gesichtspunkten wäre ein solches Kraftwerk aber durchaus vertretbar, war sich die Runde dagegen weitgehend einig. Da werden den heimischen Grünen wohl die Ohren geklungen haben.

LAUFEN (wür) - „Für die Salzach blinkt die rote Warnlampe" - als so ernst beschrieb der Staatssekretär im bayerischen Umwelt-ministerium MdL Dr. Ottmar Bernhard den Zustand des deutsch- österreichischen Grenzflusses, der zugleich eine Lebensader der Region ist. Bernhard nahm als Vertreter der bayerischen Staats-regierung in Laufen an einem Arbeitsgespräch zum Thema Salzach-sanierung teil, zu dem das Mitglied des Landtags Roland Richter eingeladen hatte.

Die Runde besprach die weitere Vorgehensweise bei der Sanierung, genauer gesagt die nötigen Maßnahmen, den Zeitablauf und die Finanzierung. Die Sanierung der Salzach ist dringend notwendig geworden, seitdem es nach dem großen Hochwasser einen so genannten Sohldurchschlag mit einer Eintiefung der Sohle, also des Flussbodens, um drei bis vier Meter gegeben hat.

Inzwischen ist das Raumordnungs-verfahren beendet, das alle Teilnehmer des Arbeitsgesprächs betroffen hatte, unter ihnen den Landtagsabgeordneten Anton Kern, den Landrat Georg Grabner sowie die Bürgermeister von Laufen, Saaldorf-Surheim und Freilassing, Ludwig Herzog, Ludwig Nutz und Josef Flatscher.

Den nötigen technischen Sachverstand steuerten der Leitende Baudirektor Günter Hopf vom Wasser-wirtschaftsamt sowie der Referent für den staatlichen Wasserbau im bayerischen Umwelt-ministerium Stefan Thums bei.

Das vorgeschriebene Planfeststellungs-verfahren wird im März abgeschlossen sein, so dass voraussichtlich im Herbst mit der ersten von drei Maßnahmen begonnen werden kann. Wie der Staatssekretär erklärte, ist die Planung mit der österreichischen Seite abgestimmt und, was mindestens genau so wichtig ist, auch die Finanzierung. Das Projekt der Sanierung wird sich insgesamt auf 40 Millionen Euro belaufen, von denen jeweils die Hälfte auf die beiden beteiligten Länder entfallen.

Während die Finanzierung geklärt ist, besteht derzeit noch Ungewissheit über die Abfolge der Baumaßnahmen. Um sie festzulegen, tagt ständig eine bayerisch-österreichische Planungs-gruppe von Wasserwirtschaftsexperten.

Die drei Maßnahmen betreffen zum Ersten eine Rampe im nördlichen Freilassinger Becken, unterhalb des Fluss-kilometers 52 (Zufluss der Sur), zum Zweiten eine Stützung der Sohle unterhalb der Laufener Enge und zum Dritten Maßnahmen innerhalb der Laufener Enge.

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