Berchtesgadener Anzeiger vom 29. Dezember 2006
Leserbrief Gesundheitsreform und kein Ende
von Hermann Schubotz
  Leserbrief zum Artikel "Kraftprobe zwischen Regierung und Länderfürsten, Der Streit um die Gesundheitsreform ist erneut voll entbrannt - Blockadedrohungen, vom 18.12.2006  
 

Gesundheitsreform und kein Ende

Die erbitterten Diskussionen um eine Gesundheitsreform zeigen, dass die geplante Reform keine gute Lösung ist. Dabei fängt das ganze schon mit einer Fehldefinition an. Gesundheit ist gesund, sie muss nicht reformiert werden. Es geht hier um die Verwaltung und Behandlung von Krankheiten, also Krankheitsreform. Im Sommer von dem Taumel der Fußballweltmeisterschaft aufgewacht, erfuhren die Bundesbürger von der Bundeskanzlerin, dass es einen Durchbruch gegeben habe. Durchbruch in welche Richtung, in die Geldbeutel der Bürger?

Der Aufstand der Länderfürsten jetzt im Dezember und der Widerstand vieler tangierten Verbände gegen die geplante "Reform" zeigt einmal mehr die partikularen Interessen der Lobbyisten. Keiner will etwas abgeben, alle wollen am System verdienen.

Dabei geht es doch um etwas ganz anderes. Wenn man ein Problem lösen will, muss man an die Wurzel gehen und nicht am hinteren Ende therapieren. Denn es ist doch zu fragen, warum werden und bleiben so viele Bundesbürger krank oder werden kränker?
Hier bedarf es einer breiten Aufklärungskampagne über den Erhalt der Gesundheit und das Vermeiden von Krankheit. Vor einiger Zeit gab es eine kleine Meldung in der Presse, dass durch Vorbeugung runde 25% der Krankheitskosten eingespart werden könnten, aber anscheinend hat das keinen der Beteiligten interessiert.

Es müsste drastisch aufgeklärt werden über die mentalen und psychosomatischen Ursachen von Krankheitszuständen und von deren verlängernde Wirkung. Wer unter Streß und Mobbing am Arbeitsplatz oder unter Finanzproblemen leidet oder keine bezahlte Arbeit hat, flüchtet oft unbewußt in seine Krankheit, um diesen krankmachenden Faktoren nicht mehr ausgesetzt zu sein. Der einzelne Bürger muss gestärkt werden, diese Faktoren in den Griff zu bekommen und nicht einfach krank zu werden oder sich in den Alkohol zu flüchten.

Eine massive Investition in Aufklärung und Vorbeugung reduziert spätere Krankheiten und die damit verbundenen Leiden und Kosten. Es muss drastisch aufgeklärt werden über die krankmachende Wirkung von denaturierter Nahrung und von der Langfristwirkung des gesundheitschädlichem Konsum von Nikotin, Alkohol, um nur einige zu nennen. Wer sich bewußt krankmachend verhält, sollte diese über seinen Krankenkassenbeitrag spüren. Sinnvolle Vorsorgeuntersuchungen müssten generell kostenlos sein, aber auch die Krankenkassen scheinen hieran kein Interesse zu haben, es wird lieber eine spätere Therapie zur Behandlung der Krankheit aufwendig finanziert. Da bleibt es dem einzelnen nur übrig, sich selber über die Krankmacher schlau zu machen, sie zu vermeiden, sich dem Krankheitssystem weitgehend zu entziehen, um bis ins hohe Alter gesund zu bleiben.

Wenn eine "Reform" soviel Widerstand erzeugt und einen solchen Moloch an finanziellen Verteilungssystemen erwarten lässt, dann ist sie Murks und sollte wie Murks therapiert werden, nämlich sofort und vorbeugend beendet werden und statt dessen obige Anregungen umgesetzt werden, damit wir eine wirkliche "Gesundheitsreform" bekommen, die ihren Namen verdient und mehr Gesunde und weniger Kranke hervorbringt.

 

 

Hermann Schubotz
Freilassing, Schmidhäuslstrasse 1

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