Lokalpresse im September 2005
Man kann immer etwas tun
Leserbrief von Hermann Schubotz, Freilassing zu den aktuellen Umweltkatastrophen

Die Zeitungen und Medien sind voll davon, jeden Tag quillt es einem entgegen: Energiekrise, steigende Benzinpreise, Umweltkatastrophen, Klimawandel, Treibhauseffekt, Fluten, Hurrikan in USA, Unwetter in Bayern, schwache Konjunktur, Angst vor der Zukunft, etc.

Und das Schlimmste kommt noch, der Winter mit seinem hohen Energiebedarf steht vor der Tür. Man kann es nicht mehr hören, man möchte den Kopf in den Sand stecken und sich in seinem Schlafsack vergraben und versuchen, ungeschoren zu überwintern. Doch das wird die Situation keineswegs heilen, sondern nur noch verschlimmern.

Als erstes wäre zu erkennen, dass wir Menschen als Betroffene der Umweltsituation daran nicht ganz unbeteiligt sind. Jeder weiss mittlerweile über unseren hohen Energieverbrauch, besonders in den USA Bescheid. Das Erdklima kommt mit soviel Energie-Müll aus der Verbrennung fossiler Energieträger wie Erdöl, Kohle, Erdgas nicht klar, das Erdklima gerät aus dem Gleichgewicht. Die Umwelt Katastrophen häufen und steigern sich, auch was die Höhe der Menschenopfer und die Höhe der Materialschäden angeht.

Frage an die Jugend: ist noch etwas zu retten, oder ist es schon so spät, dass nur noch "fun-now" (Spass-jetzt) gilt, denn morgen kann die Disco schon untergegangen sein?

Man kann immer etwas tun. Es gibt diese Hoffnungsschimmer auch in unserem Berchtesgadener Land, man muss sie nur erkennen und ergreifen. Denn die Erkenntnis hat sich bereits herumgesprochen, dass der Hauptverursacher des Klimawandels, das Kohlendioxid Gas aus der Verbrennung von Heizöl, Gas und Kohle in unseren Heizungen und Benzin, Kerosin und Diesel in unseren Autos, Flugzeugen und LKWs stark und rapide und schnell reduziert werden muss.

Die Lösung besteht nun nicht unbedingt darin, nur noch zu Fuss zu gehen oder mit dem Radl die nötigen Entfernungen zu überwinden und sich mit einem doppelten Wintermantel unter dreifachem Federbett zu verbergen. Sondern darin, dass man einfach ANDERE Energieträger für den täglichen Bedarf der Heizwärme und für die Verkehrsmittel verwendet.

Diese ANDEREN originalen Energieträger wurden von den Menschen schon seit Hunderttausenden von Jahren zur Deckung des persönlichen Energiebedarfes eingesetzt, nämlich Holz und andere Produkte der Natur. Diese natürlichen Energieträger wachsen in unserer Region, und sie wachsen immer wieder nach, der Verkaufserlös bleibt in der Region und stärkt die heimischen Wirtschaftsbetriebe und wandert nicht ins unsichere Ausland.

Werden wir konkreter, steigen Sie einfach um. Weg von einer Erdöl-Wirtschaft hin zu einem Wirtschaftskreislauf, der sich mehr und mehr aus dem eigenen Lande versorgt. Das kann nicht von heute auf morgen passieren, aber wenn jeder seinen ersten Schritt tut, kommen wir alle viel schneller voran.

Ganz konkret: Die Aktion Wärme von der Sonne informiert die Bürger in vorbildhafter Weise über die Vorzüge eine Holz-Pellets-Heizung. Manche Hausbesitzer sagen, die Umstellung mache sich in rund drei bis fünf Jahren bezahlt, und das bei den jetzigen Erdölpreisen. Man kann Fachleute befragen und sich informieren, wann sich eine auf dem heimischen Energieträger Holz beruhende Wärmeversorgung rentiert. Der Pelletspreis hat eher eine sinkende Tendenz, während der Ölpreis nach oben zeigt. Dazu kann die Sonnenenergie für die Warmwasseraufbereitung genutzt werden.

Noch konkreter: Wer ein Dieselfahrzeug fährt, kann seinen Wagen auf die Nutzung von reinem Pflanzenöl umstellen, der Preis des Rapsöls, das vom bayerischen Acker gewonnen wird, ist seit Jahren konstant. Wir selbst haben in unserer Firma vor einem Jahr unseren Firmenwagen für den Aussendienst auf Pflanzenöl umgestellt, die Investition wird sich innerhalb von zwei bis drei Jahren bezahlt machen, und das beim jetzigen Dieselpreis.

Man kann immer etwas tun, machen Sie den ersten Schritt auf dem Weg zu einer natürlichen Energieversorgung, wo immer es Ihnen in Ihrem persönlichen Umfeld möglich ist.


Hermann Schubotz, Freilassing, Schmidhäusl Strasse 1, Telefon 08654-494103