AINRING - 540 Interessenten nahmen in diesem
Jahr an den Führungen des Bund Naurschutz durch interessante
heimische Naurräume teil. Während des Winters gibt es
keine Wanderungen, dafür werden Vorträge angeboten.
„Nur was der Mensch kennt kann er lieben, nur Mitgeschöpfe
und Lebensräume, die ihm etwas bedeuten, wird er bewahren",
lautet das Motto des Bundes Naturschutz. Deshalb sind Informationen
über die Umwelt für ihn oberste Priorität.
Zunehmend greifen Vereine und Schulklassen auf das Angebot einer
fach-kundigen Führung durch das Ainringer Moos zurück.
Dort kann beobachtet werden, wie nach menschlicher Nutzung verödete
Lebensräume wieder zum Leben erwachen, wenn entsprechende Bedingungen
geschaffen verden. Pflanzen und Tiere, die längst verschwunden
waren, werden dort genauso angesiedelt wie bedrohte Arten, die ideale
Bedingungen vorfinden.
Dem Alter und Interesse der Teilnehmer angemessen werden die Exkursionen
gestaltet. Vogel-liebhaber kommen genauso auf ihre Kosten wie Pflanzenfreunde
oder Eltern-Kind-Gruppen, für die Moor-sagen und Umweltspiele
auf dem Programm stehen.
Viele „Rote-Listen-Arten" wurden heuer wieder im Moos
beobachtet, einige der bedrohten Brutvögel konnten zum wiederholten
Mal mit Erfolg Nachwuchs aufziehen. |
Sorgen bereiteten heuer die Kiebitze. Von circa
50 Tieren, die im Herbst 2004 in die Überwinterungs-gebiete
zogen, kamen nur etwa sechs Brutpaare in das Ainringer Moor zurück.
Wahrscheinlich forderte der späte, heftige Wintereinbruch
viele Opfer unter den Vögeln, als sie gerade auf der Rückreise
in ihre Brutgebiete waren. Die Population erhöhte sich in diesem
Sommer wieder auf circa 30 Kiebitze. Die sehr seltene Zwergdommel
brütete erstmals im Ainringer Moos und zog ein Junges auf.
Das Moos liegt nun im „Winterschlaf", die Teiche sind
zugefroren und geben keine Nahrung mehr frei. Für die Vögel,
die im Winter hier bleiben, beginnt jetzt die Zeit des Mangels.
Vor allem die großen Beutegreifer finden bei geschlossener
Schneedecke wenig Nahrung. Oft sind jetzt die Graureiher auf abgeernteten
Ackerflächen zu sehen, wo sie nach Mäusen Ausschau halten.
Manchmal kommen sie bis an den Straßenrand, um die Überreste
von überfahrenen Tieren aufzunehmen. Sehr zur Freude der Vogelliebhaber
hält sich seit mehreren Wochen ein seltener Wintergast aus
dem hohen Norden in den Rand-bereichen des Ainringer Mooses auf:
ein sehr stattlicher Raufuß-bussard, erkennbar an seiner auffallenden
Größe, den hellen Schwingen, der schwarzen Schwanzbinde
und seinen „Federstiefeln", den bis zum Zehenansatz befiederten
Beinen. |
Auch die große Rohrdommel wurde wieder gesichtet.
„Die einheimischen Bürger sind viel aufmerksamer und
rücksichtsvoller gegenüber den Vögeln geworden",
freuen sich die Aktiven von Bund Naturschutz und Landesbund für
Vogelschutz. Die Umweltschützer loben den Moorerlebnispfad,
der voraussichtlich im kommenden Jahr mit interessanten Natur-erlebnis-stationen
ausgestattet wird.
In Verbindung mit der gelungenen Darstellung der Industrie-geschichte
des Moores durch den Verein „Freunde des Ainringer Mooses"
im Nordwestbereich ist ein interessanter Naherholungs-bereich für
Einheimische und Gäste entstanden.
Die Aktiven wünschen sich jedoch, dass die Kernzone der renaturierten
Flächen wenigstens während der Brutzeit störungsfrei
gehalten wird. Wenn aufgescheuchte Brutvögel auch nur vorübergehend
ihr Gelege verlassen, schlägt nämlich die Stunde der Nesträuber.
Da parallel zum Hauptdamm, nur wenige hundert Meter westlich, ein
Weg nahe der Kante des Abbaugebietes im Wald verläuft, kann
man auch ohne den Hauptdamm zu benutzen rund um die renaturierte
Fläche gehen und sie von allen Seiten einsehen, ohne sie betreten
zu müssen.
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