Freilassinger Anzeiger vom 20. September 2005
Energiewende fängt bei jedem Einzelnen an
Leserbrief zur Berichterstattung über steigende Benzinpreise und den Hurrikan:
 

Das Schlimmste kommt noch, der Winter mit seinem hohen Energiebedarf steht vor der Tür. Man kann es nicht mehr hören, man möchte den Kopf in den Sand stecken und sich in seinem Schlafsack vergraben und versuchen, ungeschoren zu überwintern. Doch das wird die Situation keineswegs heilen, sondern nur noch verschlimmern.

Als Erstes wäre zu erkennen, dass wir Menschen als Betroffene der Umweltsituation daran nicht ganz unbeteiligt sind. Jeder weiss mittlerweile über unseren hohen Energie-verbrauch Bescheid. Das Erdklima kommt mit soviel Energie-Müll aus der Verbrennung fossiler Energieträger wie Erdöl, Kohle, Erdgas nicht klar, das Erdklima gerät aus dem Gleichgewicht. Die Umwelt-Katastrophen häufen und steigern sich, auch was die Höhe der Menschenopfer und die Höhe der Materialschäden angeht.

Frage an die Jugend: Ist noch etwas zu retten, oder ist es schon so spät, dass nur noch„fun-now" (Spaß-jetzt) gilt, denn morgen kann die Disco schon untergegangen sein?

Man kann immer etwas tun. Es gibt diese Hoffnung auch in unserem Berchtesgadener Land, man muss sie nur erkennen und ergreifen. Denn die Erkenntnis hat sich bereits herumgesprochen, dass der Hauptverursacher des Klimawandels, das Kohlendioxid-Gas aus der Verbrennung von Heizöl, Gas und Kohle in unseren Heizungen und Benzin, Kerosin und Diesel in unseren Autos, Flugzeugen und Lkw stark und rapide und schnell reduziert werden muss.

Die Lösung besteht nun nicht unbedingt darin, nur noch zu Fuß zu gehen oder mit dem Radl die nötigen Entfernungen zu überwinden und sich mit einem doppelten Wintermantel unter dreifachem Federbett zu verbergen.

Sondern darin, dass man einfach andere Energieträger für den täglichen Bedarf der Heizwärme und für die Verkehrsmittel verwendet. Diese anderen originalen Energieträger wurden von den Menschen schon seit Hunderttausenden von Jahren zur Deckung des persönlichen Energiebedarfes eingesetzt, nämlich Holz und andere Produkte der Natur. Diese natürlichen Energieträger wachsen in unserer Region, sie wachsen nach, der Verkaufserlös bleibt in der Region und stärkt die heimischen Wirtschafts-betriebe.

Weg von einer Erdöl-Wirtschaft hin zu einem Wirtschaftskreislauf, der sich mehr und mehr aus dem eigenen Lande versorgt, ist die Devise. Das kann nicht von heute auf morgen passieren, aber wenn jeder seinen ersten Schritt tut, kommen alle schneller voran.

Man kann eine Holz-Pellets-Heizung oder die Sonnenenergie nutzen und seinen Wagen auf die Nutzung von reinem Pflanzenöl umstellen.

Man kann immer dann etwas tun, wenn immer es im persönlichen Umfeld möglich ist. (*)

Hermann Schubotz, Freilassing

 
(*) Originaltext:
Man kann immer etwas tun, machen Sie den ersten Schritt zu einer natürlichen Energieversorgung, wo immer es in Ihrem persönlichen Umfeld möglich ist.
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