Freilassinger Anzeiger vom 9. September 2005
»Geniale Idee der Wasserbauer«
Hier wurde in ein neues Bett geleitet - Sieben Flutpolder in Bayern geplant

Immenstadt (dpa/lby) - Mit der künstlichen Durchtrennung des Iller-Dammes bei Immenstadt hat Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) am Donnerstag den Fluss auf 1,3 Kilometern Länge in ein neues Bett geleitet. Dadurch könne für den Hochwasser-schutz ein neuer Rückhalteraum im Seltener Becken mit rund sechs Millionen Kubikmetern geschaffen werden, sagte Schnappauf.

Drohe künftig ein Hochwasser, könne das Becken gezielt geflutet werden. Der Wasserstand der Iller könne dadurch um mindestens einen halben Meter gesenkt werden.

Die Verlegung der Iller auf einer Strecke 1,3 Kilometern war nach Schnappaufs Aussagen eine »geniale Idee der Wasserbauer«, das vorhandene Rückhaltevolumen um ein Drittel zu erhöhen. Für diesen ersten Flutpolder in Bayern investierte der Freistaat rund 40 Millionen Euro. Insgesamt stehen nach Angaben des Ministers für den Hochwasser-schutz an der Oberen Iller rund 100 Millionen Euro aus dem Hochwasserschutz-programm 2020 zur Verfügung. Die neuen Maßnahmen häl sich bereits beim letzten AugustHochwasser bewährt und 30.000 Menschen vor den Fluten geschützt.

Wasserrückhalt ist nach Schnappauf ein wesentlicher Teil des bayerischen Hochwasser-schutzprogramms. Die Reaktivierung und Renaturierung von Auen und Überschwemmungs-gebieten sowie der Bau technisch steuerter Flutpolder spielen dabei eine zentrale Rolle. Flutpolder sind eingedeichte Felder, Wiesen oder Brachen, die kontrolliert überflutet werden können. Bayernweit sind sieben Polder geplant, die über 44 Millionen Kubikmeter neue Rückhaltekapazitäten schaffen.

Diese Polder sind geplant für den Einzugsbereich der Donau in Riedensheim im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, in Katzau (Landkreis Pfaffenhofen), in der Öberauer Schleife im Landkreis Straubing-Bogen, an der lsar-mündung im Landkreis Deggendorf und an der Mangfall im Landkreis Rosenheim sowie für das Einzugsgebiet des Mains in Bergrheinfeld im Landkreis Schweinfurt.

Schnappauf appellierte an die Grundstücks-eigentümer und Kommunen, die notwendigen Grundstücke für den Hochwasserschutz zur Verfügung zu stellen.


Im Rahmen des Hochwasserschutzes wurde das Bett der Iller bei Immenstadt auf rund 1,3 Kilometern Länge um rund hundert Meter verlegt. Dadurch bekommt der Fluss einen größeren Überschwemmungsraum. (Bild: dpa)