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Ainring (schu) Eine kleine Gruppe von Gästen aus dem
Salzburger Nachbarland konnte das Ehepaar Behringer aus Hammerau
zu einer besonderen Moorführung begrüssen. Die Eltern
und Kinder erfuhren, wie das Ainringer Moos entstanden ist, wie
das mit dem Torfabbau war und wie es nun wieder in einen möglichst
naturnahen Zustand zurück-gebracht werden soll. Die Kinder
sahen Graureiher, Zwerg- und Haubentaucher, Kormorane und weitere
Wasservögel und fingen einen kleinen Wasserfrosch, dem sie
jedoch bald wieder die Freiheit gaben.
Die Wiedergeburt des Lebensraumes Moor ist für den Bund Naturschutz
ein Schwerpunktthema und für Rosi und Michael Behringer ein
besonderes Anliegen, das ihnen sehr am Herzen liegt. Deshalb zeigen
sie Gästen aus nah und fern dieses Kleinod im Berchtesgadener
Land, diesmal für eine Gruppe Eltern und Kinder aus dem Salzburger
Land, (die auf Anregung von Hermann Schubotz auf diese Wanderung
in der nächsten Umgebung aufmerksam gemacht worden waren, wissen
wollten, was es in dem ehemals zum Fürsterzbistum Salzburg
gehörenden Gebiet, dem Rupertiwinkel zu sehen gab).
Wie Moore entstehen
Rosi Behringer erläuterte anhand der Geländeformen die
Entstehung des Ainringer Mooses, das nach dem Ende der Eiszeit vor
ca. 12.000 Jahren seinen Anfang nahm.
(Moore entstehen in kalten bis gemäßigten Klimazonen
auch dann nur, wenn mehr Wasser durch Regen oder kleine Bäche
in das Moor hineinfliesst als es wieder verdunstet oder abfliesst.
Unter bestimmten Umständen zersetzen sich abgestorbene Pflanzenteile
aus Schilf, Riedgras oder Wasserpflanzen nicht zu Humus, sondern
werden unter Sauerstoffabschluß durch ganzjährige Überstauung
mit Wasser zu Torf).
Das Ainringer Moos ist ein so genanntes Niedermoor, das sich zu
einem Hochmoor entwickelt hätte, wäre man in den Notzeiten
nach dem Ersten Weltkrieg und besonders nach dem zweiten Weltkrieg
nicht daran gegangen, es zur Gewinnung von Feuerungs-material, Streutorf
und später Blumenerde radikal abzubauen.
Beim Weiterwandern kam die Gruppe zum Sonnenwies-graben, der teilweise
durch Rohre geleitet das Wasser aus den Moorwiesen abführt.
Michael Behringer wies auf das artenfremde wuchernde Indische Springkraut
hin, das sich schnell vermehre und die heimischen Pflanzen verdränge.
(Wenn man nicht ernsthaft dagegen angehe, würde es bald alle
freien Flächen überwuchern und sogar ins Hochgebirge eindringen.)
Waffen aus der Bronzezeit
Er ließ die Kinder einen Blick in die Vergangenheit werfen,
indem er ihnen Bilder von Jagdwaffen aus der Bronzezeit zeigte,
die die historischen Jäger wohl im Sumpf verloren haben mussten.
Es gab Fotos einer Pfeilspitze mit Widerhaken, einige Griffdornmesser,
Lanzenspitzen und Gewandnadeln zu sehen.
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Eine Gruppe Salzburger Eltern
und Kinder erfährt von Rosi und Michael Behringer, wie das Ainringer
Moos nach der letzten Eiszeit entstanden ist und mit welchen Waffen
in der Bronzezeit die Ureinwohner Ainrings sich ihren Nahrungsbedarf
im Moor erkämpften. Foto: Hermann Schubotz
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Moos als Brennstoff-Lieferant
(Die planmässige wirtschaftliche Nutzung des Ainringer Mooses
begann um 1900 mit der Gewinnung von Brenntorf für die Saline
Bad Reichenhall und später für das Eisenwerk in Hammerau.
Wegen der allgemeinen Mangel-situation nach dem Ende des Ersten
Weltkrieges, es gab keine Arbeit, kaum etwas zu Essen und kein Heizmaterial,
wurde das Moor nun intensiver ausgebeutet, es wurde ein Torfwerk
mit bis zu 80 Arbeitsplätzen gegründet. Das Torfstechen
war eine harte Knochenarbeit. Die bis zu 8 kg wiegenden genannten
Soden (Nasstorf) mussten mit dem Spaten herausgeschnitten und zum
Trocknen aufgestapelt werden. In den 60 Jahren begann man mit dem
so genannten Frästorf Abbau, wobei mit grossen Maschinen die
Torfschicht systematisch abgefräst wurde. War bis dahin das
Ainringer Moos noch artenreicher Lebensraum für eine ganz spezifische
Tier- und Pflanzenwelt, so begann damit die endgültige Zerstörung
der Niedermoorlandschaft.)
(Auf Basis des 1987 im Naturschutzgesetz verankerten Schutzes
von Feuchtgebieten wurde die Renaturierung des Ainringer Mooses
beschlossen. Seit Anfang der 90-er Jahre wurden die bereits abgefrästen
Flächen wieder stufenweise eingestaut, bzw. mit Wasser überflutet,
mit dem Ergebnis, dass sich ein überaus artenreicher Lebensraum
entwickelte, der vor allem für viele vom Aussterben bedrohte
Vogelarten, Amphibien, Schmetterlinge und Insekten eine Chance zum
Überleben bietet. Ein grosser Teil der "wieder angesiedelten"
und neuen Bewohner gelten nach der „Roten Liste als gefährdet.)
Beeindruckt zeigten sich besonders die Erwachsenen Teilnehmer von
einer Kahlstelle im Wald, deren Fichten fast alle dem Borkenkäfer
zum Opfer gefallen sind. Nun hat sich dort durch natürliche
Verjüngung ein Mischwald entwickelt, so wie es einem typischen
Moorwald aus vorwiegend Birke, Kiefer und Schwarzerle entspricht.
Märchen von der Wolfsfrau
Dort lauschten die Kinder einem alten Indianermärchen, in
dem Rosi Behringer über eine Wolfsfrau erzählte, die in
den Wäldern die Knochen verstorbener Wölfe sammelte, sie
zu einem Skelett zusammenlegte und durch einen intensiven Gesang
dem Gerippe neues Leben einhauchte. Der nun lebendig gewordene Wolf
sprang auf und verschwand im Wald. Der animierende und lebendig
machende Gesang hatte auch der Wolfsfrau gut getan, sie verjüngte
sich zu einer jungen hübschen Frau, die daran ging, weitere
Wolfsknochen im Wald zu sammeln. Nur in den letzten Jahrhunderten
nach der Ausrottung des Wolfes in der Alpenregion hat sie kein gesamtes
Skelett mehr zusammen bekommen, deshalb muss sie weiterhin als uralte
Frau durch die Wälder irren.
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Als die Salzburger Gruppe am ersten Aussichtspunkt
ankamen, waren die vernässten Flächen klar zu erkennen,
zwei Jung-Graureiher in sicherer Fluchtdistanz sonnten sich in der
Nachmittagssonne und schauten nach Beute aus. (Auf der abgefrästen,
aber nicht überfluteten höher gelegenen Fläche waren
bereits einige Baumsprösslinge zu erkennen. So renaturiert
sich das Moor auf natürliche Weise, wenn man es in Ruhe lässt.)
Vermehrt finden Wasser- und Zugvögel im Ainringer Moos eine
sichere Dauerwohnstätte oder einen nahrungs-reichen Rastplatz
für den Flug in die südlichen Gefilde. Michael Behringer
erzählte den Kindern, dass die Vögel im Wasser und im
Schilf Kleinlebewesen wie Libellenlarven, Würmer, Schnecken,
Krebstiere und kleine Fische und Frösche als Nahrungsquelle
vorfinden würden. (Einen dieser Jung-Frösche konnten die
Buben in einer Wasserlache entdecken und fingen ihn ein. Als man
ihn in der hohlen Hand näher betrachten wollte, machte er einen
Satz und sprang aus luftiger Höhe wieder in das rettende Gras.)
Am Beobachtungsplatz wurde für eine Brotzeit Rast gemacht,
und die Kinder konnten neben dem Jausen weitere Wasser Vögel
mit dem Fernglas beobachten. (Weiter ging es durch enges Gelände,
dicht am Wasser vorbei an Fuchshöhlen und Kartoffelbovisten,
sich von Baum zu Baum hangelnd, bis wieder freies Gelände mit
Maisfeldern und verregneten Weizenfeldern erreicht wurde).
Sage des Homoosweiberls
Hier erzählte Rosi Behringer den Kindern und Erwachsenen die
Geschichte des Hohmoosweiberls, die sich aber zukünftige Besucher
wegen des spannenden Ausgangs im Originalton Behringer selber anhören
sollten.
Zum Schluss bedankten sich die Salzburger Gruppe bei den beiden
kompetenten Führern und den vielen Informationen über
das nahegelegende Nachbarland.
Kraftwerk mit Fischtreppe
Auf der Rückfahrt nach Salzburg zeigte Hermann Schubotz den
Kindern noch das kürzlich fertig gestellte Kraftwerk Rott,
Zwischen Freilassing und Salzburg, (das mit seiner Stromerzeugung
aus Wasserkraft knapp den Strombedarf der Freilassinger Haushalte
abdecken würde).
Besonders angetan hatte es den Kindern, eine moderne Fischtreppe
zu bewundern, die den Fischen knappe zehn Meter Höhenunterschied
um das Kraftwerk überwinden helfe. Ob es für die Fische
auch eine Schule für das Schwimmen in der Fischtreppe gebe,
fragte ein Bub, der nach den Ferien in die zweite Klasse kommt,
denn er müsse auch alle Fertigkeiten in einer Schule lernen,
die er noch nicht beherrsche. -schu-
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