
Mit dem symbolischen Akt
des Band-Durchschneidens auf dem Kraftwerk genau in Höhe der
Flussmitte wurde das neue Saalachkraftwerk Rott offiziell eröffnet.
Unsere Aufnahme zeigt die beiden Direktoren der Salzburg AG Arno Gasteiger
(links) und August Hirschbichler (rechts) mit Freilassings 2. Bürgermeister
Gottfried Schacherbauer, Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden,
Finanz-Staatssekretär Alfred Finz und Landeshauptmann-Stellvertreter
Dr. OthmarRaus (von links). Fotos: Stronk (Die schwarz-weissen haben
wir durch unsere ähnlich-wirkenden Farb-fotos ersetzt) H.Schubotz
FREILASSING (st) - Das neue Saalachkraftwerk in Rott liefert
nicht nur saubere Energie aus Wasserkraft, sondern schlägt im
wahrsten Sinn des Wortes eine weitere Brücke zwischen Freilassing
und Salzburg. Auf der Dammkrone können nämlich künftig
auch Radfahrer und Fußgänger den Fluss überqueren.
Was das Bauwerk sonst noch bietet und leistet, davon überzeugten
sich Hunderte von Besuchern auch aus dem bayerischen Grenzraum bei
einem Tag der offenen Tür anlässlich der Einweihung am gestrigen
Freitag. Während das sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch
vorbildliche Kraftwerk der Salzburg AG bereits seit Januar auf vollen
Touren läuft, fand nun die offizielle Eröffnung statt mit
Ehrengästen von diesseits und jenseits der Grenze. Für ein
außergewöhnliches Klangerlebnis sorgte der Komponist Werner
Raditschnig mit der Welturaufführung seines Werks „Graduation".
Er verdichtete die typischen Flussgeräusche in Tonsequenzen und
hüllte die Besucher in eine Klangwolke. |
„Uns verbinden viele gemeinsame Projekte", knüpfte
Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden an die Worte Schacherbauers
an und nannte als Beispiel die Eilbus-Linie. Die nächste Brücke,
an der man arbeite, sei ein Radlsteg am Saalachspitz, erklärte
er und erhielt dafür spontan Applaus seitens der Zuhörer.
Schaden meinte, die Nutzung der Wasser-kraft sei in den letzten
Jahren etwas in Verruf gekommen. Dabei handle es sich um die sauberste
Energie, die es gibt.
Die ökumenische Segnung des Kraftwerks nahmen dann die evangelische
Pfarrerin Dorothee Stadler aus Freilassing und Pater Franz Pfab
aus Liefering vor. Bevor dann die Salzburg AG-Direktoren Arno Gasteiger
und August Hirschbichler gemeinsam mit den Bürgermeistern Schaden
und Schacherbauer, Landes-hauptmann-Stellvertreter Dr. Othmar Raus
und Österreichs Finanz-Staatssekretär Alfred Finz auf
der Wehranlage das symbolische Eröffnungsband durchschnitten,
wartete auf die Besucher noch ein musikalischer Leckerbissen.

Für ein außergewöhnliches
Klangerlebnis sorgten der Komponist Werner Raditschnig und der Posaunist
Berti Müller mit einer Welturaufführung.
Eine Klangwolke aus acht rundum postierten Lautsprechern hüllte
die Besucher ein, überspülte sie gleichsam mit der Natur
nach-empfundenen Tönen, riss sie mit im verheerenden Hochwasser,
um sie im nächsten Moment wieder sanft dümpelnd dahin treiben
zu lassen. Der Posaunist Berti Müller entlockte seinem Instrument
dazu ein ungeahntes Klangspektrum zwischen dumpfem Wummern und jaulendem
Getöse. Wenn es auch nicht jedermanns Sache war, so schuf der
Kärtner Komponist Werner Raditschnig gemeinsam mit dem Wiener
Sound Designer Wolfgang Musil ein Werk großer Ausdruckskraft,
das den Flusslauf in seinen verschiedenen Fassetten gleichsam körperlich
macht. Den ganzen Tag über nutzten die Besucher die Möglichkeit,
die Wehranlage und das Krafthaus bei Führungen zu besichtigen.
Die Salzburg AG informierte über ihre einzelnen Sparten. Sie
besitzt auch eine eigene Musik-kapelle, die beim Festzelt zur Unterhaltung
aufspielte. |
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„Mit einem Investitionsvolumen von 20 Millionen Euro wurden
das Wasserkraftwerk und die Wehranlage von Grund auf neu errichtet",
informierte Salzburg AG-Direktor Arno Gasteiger bei der Begrüßung
der Gäste.

Die ökumenische Weihe
des neuen Bauwerks nahmen die evangelische Pfarrerin Dorothee Stadler
aus Freilassing und Pater Franz Pfab aus Liefering vor.
Das Unternehmen investiere damit einmal mehr in saubere Wasserkraft.
In den nächsten Jahren seien weitere Kraftwerke geplant, zum
Beispiel auf der Salzach bei Hallein. Damit stärke das Unternehmen
auch die regionale Wirtschaft. |
Bauleiter Dipl.-Ing. Josef Rückl verwies nicht ohne Stolz
auf die relativ kurze Bauzeit. Im November 2002 wurde mit dem Neubau
begonnen. Teilweise seien bis zu 60 Arbeiter auf der Baustelle beschäftigt
gewesen. 24.000 Kubikmeter Beton sind verbaut worden und 1.650 Tonnen
Stahl. 15.000 Quadratmeter Schalungen wurden benötigt, das
entspricht der Fläche von drei Fußballfeldern.
Die beiden Turbinen liefern jährlich etwa 28 Millionen Kilowattstunden
Strom. Das entspricht dem Bedarf von rund 8.500 Haushalten. „Wir
sind stolz auf dieses Werk, das saubere Energie erzeugt", stellte
Rückl fest.
Das „Krafthaus" der Anlage, in der die Flussenergie
in Strom umgewandelt wird, befindet sich auf Freilassinger Seite.
2. Bürger-meister Gottfried Schacherbauer überbrachte
die Glückwünsche der Stadt. „Wir freuen uns, dass
wir einen Beitrag zu dem Werk leisten konnten", sagte er und
erinnerte daran, dass die Stadt während der Bauzeit auch Grundstücke
für Lagerflächen zur Verfügung stellte. Dass ein
Radweg über das Kraftwerk führt, wertete er als weiteres
Beispiel für das Zusammenwachsen der Region, die mit dem Bauwerk
eine neue Attraktion gewonnen habe. |