| FREILASSING (ros) - Das modernisierte Kraftwerk
Rott der Salzburg AG steht kurz vor seiner Fertigstellung: Am Freitag,
17. Juni, wird es offiziell seiner Bestimmung übergeben. Ebenfalls
schon mit Wasser durchflutet ist die Fischtreppe, die seitlich der
großen Turbinen errichtet wurde, damit die schwimmenden Wassertiere
ungehindert zwischen Unter- und Oberwasser wandern können.
Der Vorgängerbau des neuen Wasserkraft-werks ist in die Jahre
gekommen und deshalb war eine Modernisierung aus ökologischer
und ökonomischer Sicht erforderlich. Das alte Saalach-Kraftwerk
Rott an der Grenze zu Freilassing wurde in den 40er Jahren des vorigen
Jahrhunderts als „Stützkraftwerk" zur Sicherung
der Eisenbahnbrücke errichtet.
Der Bau galt damals als eine wahre Pionier-leistung und mit seiner
jährlichen Erzeugung konnten 6.000 Haushalte mit „sauberem"
Strom aus Wasserkraft versorgt werden. Nach über 50 Jahren
war ein Neubau nötig, im November 2002 wurde damit begonnen
und seit dem Jahreswechsel ist die neue Wehranlage in Probebetrieb.
Dieses „E-Werk", das die mechanische Energie des Wassers
in elektrische umwandelt, ist von großem Nutzen für den
Menschen. Es wird jedoch zur Todesfalle für Wasserbewohner.
Bei Fischen und anderen Kleinlebewesen gehört die Wanderung
in höher gelegene Flussbereiche zum natürlichen Lebenszyklus.
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Der Fischweg wurde mit neuartigen
Fertigteil-Elementen gebaut. Foto: C. Rosenberg Bestimmte
Arten wandern stromaufwärts, um geeignete Laichplätze
zu finden und dort ihre Eier abzulegen. Dabei treffen sie dann auf
Wehranlagen oder Stau-stufen, die ihnen den Anstieg versperren.
Deshalb kann es zum Notlaichen unterhalb des Wehres kommen, wo der
Laich abgetrieben wird und verloren geht.
Mit Hilfe einer Fischtreppe können die Tiere problemlos Wasserspiegel-differenzen
von mehreren Metern überwinden. Unterhalb von Wehranlagen folgen
die Fische der Wasser-strömung, bis sie vor der Stauanlage
gebremst werden. Sie finden dann aber den Weg durch die ständig
von Wasser durchlaufene Fisch-treppe und gelangen so in den Oberlauf
des Flusses. Die Wanderung erfolgt jedoch keinesfalls nur in eine
Richtung, sondern auc stromabwärts. |
Als eine hervorragende Sache bezeichnete Erich Prechtl,
Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz, diese Wanderhilfe für
Fische und freut sich, dass die Saalach somit ein Stück durchgängig
gemacht wurde. „Die Salzach ist auf 60 Kilometer durchgängig
bis zur Solschwelle in Bergheim. Auch das Kraftwerk in Hallein,
das ebenfalls schon sehr alt ist, wird zukünftig erneuert und
bekommt dann auch eine Fischtreppe", bericht Prechtl und erwähnt
das Land Salzburg in seiner Vorreiterfunktion, indem zurzeit 47
Fischpässe bei Wasserkraftanlagen entstehen.
Gleiches wünscht er sich auch für die Saalach: „In
diesem Gewässer befinden sie noch eine Reihe von Querbauwerken
und Staustufen."
In diesem Zusammenhang erwähnt der Naturschützer, dass
laut der europäischen Wasser-rahmen-richtlinie alle Gewässer
der EU bis 2015 in einem guten Zustand sein sollte. Wenn das nicht
der Fall ist, drohen Strafen in Form von Bußgeldern. Unter
einem guten Zustand wird verstanden, dass beispielsweise eine Vielfalt
und Fülle an Tieren und Pflanzen sich im Wasser tummeln und
eine unverfälschte Gestalt und Wasserführung des Flusses
vorhanden sein muss.
Erich Prechtl würde sich wünschen, dass einige Fischarten,
wie die Nase, Äsche, Huchen und Bachforelle aufgrund der geschaffenen
Durchgängigkeit der Flüsse in dieser Region wieder häufiger
anzutrefft sind. So gab es bayernweit große Einbrüche
bei Nase und Äsche. „Diese Arten waren bereits fast ausgestorben",
erklärte der Kreis-Vorsitzende vom Bund Naturschutz.
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