Freilassinger Anzeiger vom 25. Mai 2005
Wasserrad dreht sich seit Jahrhunderten
Historische Maier-Mühle bei Teisendorf öffnete zum Mühlentag ihre Pforten

TEISENDORF (wh) - Es ist sicherlich keine alltägliche Sache, dass eine Mühle heute noch ihr Getreide mit Wasserkraft mahlt. In der Maiermühle in Karlsbach, einem Ortsteil von Teisendorf, treibt der Ramsauer Bach, der Abfluss des Höglwörther Sees, noch das ober-schlächtige Wasserrad an, das wiederum den Walzenstuhl in Bewegung setzt. Sie ist somit eine der letzten Mühlen überhaupt, die noch über ein Wasserrad mit Wasserkraft betrieben wird. Zum diesjährigen Mühlentag hatte auch die Maier-Mühle ihre Pforten geöffnet und viele Besucher nahmen die Gelegenheit wahr, diese Mühle zu besichtigen.

Im ältesten Güterverzeichnis der Pfarrei Teisendorf von 1430 ist bereits ein „Konrad der Müller am Kasibach" aufgeführt, die Mühle selbst dürfte aber noch einiges älter sein. Nach einer wechselvollen Geschichte wurde die Mühle, zu der zwischenzeitlich auch eine Bäckerei und eine Branntweinbren-nerei gehörten, im Jahr 1769 von Johann Zehentner ersteigert und ist seither in Familien-besitz.

Im Jahr 1980 hat Andreas Mühlbacher die Mühle übernommen. Damit sie auch noch in der nächsten Generation im Familienbesitz weiter geführt werden kann, wurde sie vor einigen Jahren gründlich überholt und die Mechanik des Wasserrades erneuert. Um ein gleichmäßiges Mahlen zu ermöglichen, wird die Wasserkraft durch einen kleinen Motor unterstützt, der bei Niedrigwasser die fehlende Kraft ersetzt, bei normalem Wasserstand aber auch als Stromlieferant dient.

Andreas Mühlbacher legt bei der Auswahl des zu mahlenden Getreides sehr großen Wert auf heimisches Getreide nach dem Motto:

„aus der Region - für die Region".

Ihm ist besonders auch die Sortenreinheit wichtig, damit vor allem bei Dinkel ein gesundes und gut backfähiges Mehl erzeugt werden kann. Darum werden in der Maiermühle auch noch die alten Walzstühle verwendet, in denen das Mehl sehr langsam und schonend vermahlen wird, wie Sohn Mathias erklärt, der bere vor fünf Jahren seine Prüfung als Müllermeister ablegte und 2. Bundessieger wurde. Er freut sich, diese alte Mühle, die bereits seit vielen Generationen von seinen Vorfahren betrieben wurde, einmal selbst übernehmen dürfen.

Wenn auch heute keine Bäckerei und auch keine Branntweinbrennerei mehr dabei ist, so gibt es doch einen kleinen Mühlenladen, in dem die eigenen Erzeugnisse sowie auch Backzutaten, Nudeln, Müslis und viele and Sachen zu finden sind.

Beim Mühlentag führten die beiden Müller jetzt durch das historische Gebäude und erklärten den Besuchern die verschiedenen Arbeiten, die historischen Walzenstühle und Besonderheiten der verschieden ausgemahlenen Mehle.

Wer dann vom vielen Schauen hungrig oder durstig geworden war, konnte sich am lauschigen Mühlbach bei einer kleinen Brot wieder stärken.


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