| TEISENDORF (wh) - Es ist sicherlich keine
alltägliche Sache, dass eine Mühle heute noch ihr Getreide
mit Wasserkraft mahlt. In der Maiermühle in Karlsbach, einem
Ortsteil von Teisendorf, treibt der Ramsauer Bach, der Abfluss des
Höglwörther Sees, noch das ober-schlächtige Wasserrad
an, das wiederum den Walzenstuhl in Bewegung setzt. Sie ist somit
eine der letzten Mühlen überhaupt, die noch über
ein Wasserrad mit Wasserkraft betrieben wird. Zum diesjährigen
Mühlentag hatte auch die Maier-Mühle ihre Pforten geöffnet
und viele Besucher nahmen die Gelegenheit wahr, diese Mühle
zu besichtigen.
Im ältesten Güterverzeichnis der Pfarrei Teisendorf
von 1430 ist bereits ein „Konrad der Müller am Kasibach"
aufgeführt, die Mühle selbst dürfte aber noch einiges
älter sein. Nach einer wechselvollen Geschichte wurde die Mühle,
zu der zwischenzeitlich auch eine Bäckerei und eine Branntweinbren-nerei
gehörten, im Jahr 1769 von Johann Zehentner ersteigert und
ist seither in Familien-besitz.
Im Jahr 1980 hat Andreas Mühlbacher die Mühle übernommen.
Damit sie auch noch in der nächsten Generation im Familienbesitz
weiter geführt werden kann, wurde sie vor einigen Jahren gründlich
überholt und die Mechanik des Wasserrades erneuert. Um ein
gleichmäßiges Mahlen zu ermöglichen, wird die Wasserkraft
durch einen kleinen Motor unterstützt, der bei Niedrigwasser
die fehlende Kraft ersetzt, bei normalem Wasserstand aber auch als
Stromlieferant dient.
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Andreas Mühlbacher legt bei der Auswahl des zu mahlenden
Getreides sehr großen Wert auf heimisches Getreide nach dem
Motto:
„aus der Region - für die Region".
Ihm ist besonders auch die Sortenreinheit wichtig, damit vor allem
bei Dinkel ein gesundes und gut backfähiges Mehl erzeugt werden
kann. Darum werden in der Maiermühle auch noch die alten Walzstühle
verwendet, in denen das Mehl sehr langsam und schonend vermahlen
wird, wie Sohn Mathias erklärt, der bere vor fünf Jahren
seine Prüfung als Müllermeister ablegte und 2. Bundessieger
wurde. Er freut sich, diese alte Mühle, die bereits seit vielen
Generationen von seinen Vorfahren betrieben wurde, einmal selbst
übernehmen dürfen.
Wenn auch heute keine Bäckerei und auch keine Branntweinbrennerei
mehr dabei ist, so gibt es doch einen kleinen Mühlenladen,
in dem die eigenen Erzeugnisse sowie auch Backzutaten, Nudeln, Müslis
und viele and Sachen zu finden sind.
Beim Mühlentag führten die beiden Müller jetzt
durch das historische Gebäude und erklärten den Besuchern
die verschiedenen Arbeiten, die historischen Walzenstühle und
Besonderheiten der verschieden ausgemahlenen Mehle.
Wer dann vom vielen Schauen hungrig oder durstig geworden war,
konnte sich am lauschigen Mühlbach bei einer kleinen Brot wieder
stärken.
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