Freilassinger Anzeiger am Samstag, 15.März 2003
Wärmedämmung für den Klimaschutz
Bürgersonnenkraftwerk Ainring informiert über Energiesparmaßnahmen

Ainring(schu) Im Rahmen  der Agenda21 Aktion "Energiespar-kompass" des Landkreises Berchtes-gadener Land führte das Bürgersonnen Kraftwerk Ainring einen Informa-tionsabend über den heimischen Energieträger Sonne durch. Der Lüftungs-bauer Georg Thesz aus Mitterfelden referierte über Wärme Dämmmassnahmen und erläuterte am Beispiel seines eigenen Hauses, wie in einzelnen Sanie-rungs-schritten über mehrere Jahre hinweg der Energie-bedarf pro Heiz-periode von 5000 Liter Heizöl auf rund 1000 Litern Heizöl reduziert werden kann.

Das Haus bekam eine neue Außenverkleidung (eine zweite Haut) und so wurde damit die nutzbare Wohn-fläche vergrößert. Außerdem installierte Thesz neue Fenster ein, um so den größten "Energie-Flucht-wegen" entgegen-zusteuern. Die Außen-wände wurden mit natürlichen Dämm-stoffen so gut verkleidet, das praktisch keine Wärme das Haus verlassen kann.

Im Innern des Hauses baute Thesz ein ausgeklügeltes Heiz- und Lüftungs-system ein, bei dem die verbrauchte Abluft in den Räumen ihren Wärmegehalt an die frische, aus der Umgebung angesaugte Kaltluft nahezu komplett abgeben konnte. So bleibt die Wärme im Haus und die Bewohner sind permanent mit sauerstoffreicher Frisch-luft versorgt.

Georg Thesz unterstrich in seinem Vortrag auch die Bedeutung der Wärme-dämmung für den Klima-schutz, dessen Kernziel die Reduzierung des Kohlendioxid Ausstoßes (aus der Verbren-nung von Kohle und Erdöl) ist. Etwa 90 Prozent der Energie eines Privat-haushaltes wird für die Raum-heizung und das Warmwasser verwendet, während der elektrische Bedarf lediglich zehn Prozent ausmacht.

Einfache Sparmaßnahmen und sinnvoller Umgang mit der Wärme-energie wie stoß-weises Lüften, (anstatt über ein Kippfenster andauernd die Außenwelt zu heizen, wie die unterschiedliche Raum Temperaturen im Wohn- und Schlafbereich, eine Absenkung der Raum Temperatur um ein Grad spart bereits 6 Prozent der Heizkosten ein)

lassen den Energie Bedarf bereits um rund 25 Prozent sinken, was sich bei den steigenden Ölpreisen in klingender Münze wieder-spiegelt, so Thesz.

Weiterhin sollten die "Wärme-schleusen" wie Fenster und Türen erneuert beziehungs-weise abgedichtet werden.

(Mit so genannten Wärmebild-Aufnahmen lassen sich diese "Wärmelöcher" schnell und dokumentiert ausmachen. Je heller die Farbe auf dem Wärmebild desto mehr Wärme geht an dieser Stelle des Hauses verloren.)

Ein Heizsystem in Form von Niedertemperatur oder Brenn-wert-Kessel reduziert allein den Heizölbedarf schon um rund 30 Prozent. Eine auf die Anzahl der Hausbewohner ausgerichtete Solar-anlage sorgt vom Frühjahr bis in den Herbst für heißes Wasser.

Wärmedämmassnahmen an der Außenwand des Hauses lassen den zusätzlichen Energiebedarf gegen Null schwinden. Thesz wies auch auf die Tatsache hin, dass über Erdwärme und Wärme-tauscher dieser Restenergie-bedarf leicht gedeckt werden kann. Entsprechende Sanierungs- und Wärmedämm-maßnahmen werden von der Bundesregierung zusätzlich gefördert, wußte Thesz zu berichten. (Die Förderung für Sonnenkollektoren wurde erhöht.)

Er betonte, dass sich der Energiesparkompass der Agenda21 als Teil der Umsetzung des Kreistags-beschlusses vom November 2001 versteht, nämlich bis zum Jahr 2030 eine Versorgung des Landkreises mit erneuerbaren Energien anzustreben.
(Denn wenn weniger Energie verbraucht werde, müsse auch weniger fossile Energie durch nach-wachsende Rohstoffe ersetzt werden.)

Der Weg zum optimalen "Energiesparhaus" ist sehr leicht zu gehen, erklärte Georg Thesz. Durch einen Anruf beim Landratsamt unter 08651-773-353 bekommt man erste Informationen und erfährt die Adresse eines Energiespar-beraters. Mit diesem wird eine Erst-besichtigung vor Ort vereinbart und das Objekt in Augenschein genommen.

 Georg Thesz

Der Lüftungsbauer Georg Thesz aus Mitterfelden erläuterte am Beispiel seines eigenen Hauses den Zuhörern die umfassenden Maßnahmen zur Energie-einsparung. 
Foto: Hermann Schubotz


Weiterhin wird der Istzustand des Hauses in einem Beratungsbericht fest-gehalten und ein Maßnahmen-katalog vorgeschlagen. (Begleitend dazu läßt man sich über Anträge und Fördermittel beraten, um eine rundherum optimale Lösung für die eigenen vier Wände zu finden.)

Gerade der kommende Sommer sollte dazu genutzt werden, das Eigenheim auf den modernen Stand der Energie-technik zu bringen, empfahl Thesz.

"Ab Herbst kann man dann im wärmegedämmten und mit moderner Heiztechnik versorgen Haus den steigenden Ölpreisen gelassen entgegen sehen."

Somit wird nicht nur der eigene Geldbeutel für die nächsten Jahrzehnte geschont. Mit der Anwendung des Energiespar-kompasses sorgt man auch für Arbeitsplätze im heimischen Handwerk und erhöht den Umsatz im regionalen Wirtschaftskreislauf, betonte Thesz. Er wies noch einmal auf die Erstinformation übers Landratsamt unter Telefon 08651-773-353 hin.)

Abschließend lud er die Zuhörer zu einer Besichtigung seines Hauses im Anschluss an die Ainringer Umwelttage im Mai ein. Termine würden in der Tagespresse dann rechtzeitig veröffentlicht.    -schu-