Freilassinger Anzeiger vom 14.August 2002
Sonnenbetriebene Schiffe aus alten Dosen
Bund Naturschutz bringt Kindern die Erzeugung von Solarstrom nahe

FREILASSING (schu) Für das Freilassinger Ferien-programm hat die Ortsgruppe des Bund Naturschutz eine Solar-bastelkurs für Kinder angeboten. Aufgrund der großen Zahl von Anmeldungen wurde die Belegungszahl pro Kurs erhöht und zwei Kurse am Vormittag und Nachmittag angeboten. Die insgesamt 30 Kinder lernten auf spielerische Art den umfassenden Einsatzbereich der (uns kostenlos zur Verfügung stehenden und auf Dauer gewährleisteten) sauberen Energie aus der Sonne kennen und nutzen.

Zuerst musste eine leere Fischdose fachgerecht mit zwei Bierdeckeln, (gespendet von einem lokalen Getränkemarkt in der Reichenhaller Straße) beklebt und damit wieder geschlossen werden. Auf diesen Bootskörper klebten die Kinder zwei aus mehreren Teilen bestehende Halterungen für die Photovoltaik Zelle und den Solarmotor.

Sie durften nicht einfach drauf los schneiden, sondern mußten nach Art des Ingenieurs diese Teile erst ausmessen, dann anzeichnen und dann erst ausschneiden.

Immer wieder wurden die vom Kursleiter Hermann Schubotz vorgefertigten Musterteile begutachtet, damit die Flügel und Ständer an der richtigen Seite angebracht und gerade ausgerichtet wurden.

Den Antriebspropeller klebten die Kinder mit Geschick auf einen Plastik-strohhalm und achteten darauf, dass er akkurat senkrecht stand, damit dass Solarboot später nicht zu sehr schlingerte.

Den Motor klebten die kleinen Bastler auf der Halterung an und prüften dann die Schiffs-schraube auf leichte Beweglichkeit.

Der Kursleiter lötete die vorgefertigen etwa zwei Quadratzentimeter großen und leicht zerbrechlichen Solarzellen an den Leitungen des Motors fest. Damit war der spannende Augenblick des Lichtestes gekommen.

Funktioniert der Stromfluß und ist die Schraube beweglich genug ? Die fehlende Sonne ersetzte man durch eine Lampe, der nun die Kinder ihre selbst gebastelten Schiffchen entgegen streckten.

Bei fast allen drehte sich die Schiffsschraube sofort. So konnten die Solarbastler hautnah (und durch eigenes Tun erkennen), dass aus Licht Strom erzeugt wird und damit Motoren oder andere Maschinen angetrieben werden.

Die Photovoltaikzelle klebten die Kinder nun auf der Halterung fest und gingen zum zweiten Test, nämlich der Seetauglichkeit über. (Denn was nutzt das beste Solarboot, wenn es beim Wassertest kentert oder voll Wasser läuft).

Das ist insofern heikel, weil am hinteren Teil des Bootes ein Tel des Bleches ausgespart werden muss, um die Schiffsschraube ins Wasser zu lassen. Ist die Aussparung zu klein, klemmt die Schiffsschraube, ist sie zu groß, fließt Wasser in den Bootskörper der so kentern kann.
Auch diesen Test bestand fast alle Freilassinger Solar-boote in einer mitgebrachten kleinen Badewanne auf Anhieb. Nach einigen kleineren technischen Nachbesserungen waren alle Boote "seetauglich".

(Zu einer Wettfahrt der Boote war die Wanne zu klein, aber dies läßt sich leicht in einem Swimming-pool oder kleinen Teich nachholen.)

An dem Beispiel der Schiffe aus Solar-motor, Solarzelle, Bierfilzen, Strohhalmen und Recycling-Materal wie der Fischdose darstellen, lernten die Kinder wie man die kostenlose Sonnenenergie nutzen kann, und dass selbstgebasteltes Spielzeug nicht teuer sein muß.

Die erweiterte Ortsgruppe des Bund Naturschutz ist für die Orte, Ainring, Freilassing und Saaldorf-Surheim zuständig und fühlt sich der Bewahrung der Schöpfung verpflichtet.

Das wollte sie mit ihrem Bastelkurs den Kindern nahe bringen und deshalb unterstützt sie auch die in den drei Orten ansässigen Bürgersonnen-kraftwerke.

Diese Gesellschaften, die weitere Mitglieder suchen und aufnehmen, machen im Prinzip im großen Rahmen das Gleiche, wie die Kinder mit den Solarbooten, (die Nutzung des Sonnenlichtes zur Stromerzeugung, hier zum Antrieb von Solarbooten dort zur Einspeisung in das öffentliche Netz.)

Weitere Informationen gibt es unter Telefon 08654-494103. -schu-

Foto: Stolz zeigen die Kinder ihre Solarboote, die sie bei guten Lichtverhältnissen im Swimmingpool oder Teich fahren lassen können.

Foto: Schubotz

 

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