| Der Ainringer Gemeinderat Hans Pöllner
berichtete bei einer Informationsveranstaltung, dass nach dem einstimmigen
Gemeinderatsbeschluß, gemeindeeigene Dachflächen kostenlos
für eine solare Gemeinschaftsanlage zur Verfügung zu stellen,
man das Dach der Sporthalle zum Sitz der ersten öffentlichen
Solaranlage in Ainring auserkoren habe. Man wolle mit einer Erstinvestition
von 10 Kilowatt für etwa 130.000 DM beginnen und dann die Anlage
weiter bis auf etwa 50 Kilowatt ausbauen. Die Einlage der Bürger
werde aus den Solarerträgen mit 3,25 Prozent verzinst. So habe
der Bürger neben seinen Beitrag zur Energiewende und Schonung
der zu Ende gehenden Ressourcen wie Kohle, Öl und Erdgas, auch
sein Geld gut angelegt.
Wolfgang Fieweger von der Solarstrom Aktion "vom Watzmann
bis zum Wendelstein" referierte über die Anschaffung einer
Solarstrom Anlage. Die Aktion sei eine Zusammenarbeit der Landkreise
Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land, der Elektroinnung,
diverser Städte und Umweltverbände wie dem Forum Ökologie
und dem Bund Naturschutz. Für alle drei Landkreise habe man
sich das Ziel von 3.000 Kilowatt installierter Solaranlagen gesetzt,
mittlerweile seien bereits 1.000 Kilowatt mit einem Auftragsvolumen
von etwa 10 Millionen Mark erreicht.
Wie die Natur ihre Energieproduktion de-zentral halte, so solle
auch die solare Energie-versorgung de-zentral ablaufen, indem viele
kleine Anlagen in den großen See des imaginären Stromspeichers
ihren Strom einspeichern und jeder Stromverbraucher sich aus diesem
Speicher, dem Stromnetz, mit Strom versorge. Durch vermehrten Einsatz
von Solaren Energieformen werde man auch von ausländischen
Energieimporten unabhängiger. Das in die Anlagen investierte
Geld bleibe im Landkreis und stabilisiere die heimische Wirtschaft
und schaffe und sichere weitere Arbeitsplätze.
In einer anschaulichen Grafik erläuterte der Freilassinger
Stadtrat, dass bis zum Jahre 2050 die herkömmliche Energieversorgung
mit fossilen Brennstoffen größtenteils durch Energiesparen
und solare Energieformen wie Biomasse, Wasser und Windkraft und
Solarstrom Anlagen ersetzt werden kann. Dies passiere aber nicht
von alleine, sondern die Bürger müßten das hervorragende
Angebot des Gesetzes zum Vorrang der regenerativen Energien (vom
1.4.2000) auch nutzen, nach dem die Einspeisung von Solaren Strom
mit 99 Pf je Kilowattstunde vergütet und auf 20 Jahre garantiert
wird. Strom aus Anlagen, die erst im Jahr 2002 in Betrieb gehen,
werde mit 94 Pf je Kilowattstunde auf zwanzig Jahre vergütet.
Der praktische Weg zur eigenen Solarstromanlage ist laut Fieweger
ganz einfach. Man lässt sich von einem Fachbetrieb ein Angebot
unterbreiten. Über die Hausbank stellt man dann einen Antrag
auf Finanzierung bei der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau).
Sobald deren Eingangsbestätigung eingetroffen sei, könne
die Anlage in Auftrag gegeben werden. Nach Fertigstellung und Inbetriebnahme
werde die Solaranlage beim lokalen Stromversorger angemeldet und
die Rechnung des Elektro Fachbetriebes mit dem dann eingetroffenen
Darlehen der KfW bezahlt.
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Dann bleibe nur noch, die Kreditrate
mit den Solarerträgen zu bezahlen und sich am Sonnnenschein
und dem täglichen Solarertrag zu erfreuen. Nach zehn Jahren
sei das Darlehen zurückgezahlt und der Solargewinn gehe für
die restlichen etwa 15 Jahre auf das eigene Konto.
Über die finanziellen Voraussetzungen und guten Förder-möglichkeiten
berichtete der Sparkassen fachwirt Rainer Hunklinger von
der Sparkasse Berchtesgadener Land. Bis fünf KiloWatt werde
pro kW 12.825,00 DM gefördert, darüber hinaus jede KW
mit 50% des Betrages. Es gebe weitere Programme, z.B. das Sonderprogramm
Photovoltaik, das 4 Prozent Zinsen koste, jedoch keine Wartezeit
beinhalte.
Zur Funktionsweise eine Solarstromanlage erläuterte der Ainringer
Elektromeister Siegfried Eschelberger, dass man je KW installierter
Leistung etwa zehn Quadratmeter Dachfläche benötige. Optimal
sei eine Ausrichtung direkt nach Süden und eine Dachneigung
von 20 - 30 Grad. Jedoch brächten geringe Abweichungen von
dieser Optimallage auch noch sehr gute Erträge. Des Weiteren
benötige man einen Wechselrichter, der den in der Anlage gewonnenen
Gleichstrom in netzkonformen Wechselstrom umwandele. (Und natürlich
einen Einspeisezähler, um die solar geernteten Kwh auch von
dem Stromversorger vergütet zu bekommen).
(Der kürzlich gewählte Ortsvorsitzende des Bund Naturschutz
Michael Behringer bedankte sich bei den Referenten für
die klaren und nachvollziehbaren Aussagen und wünschte sich
eine rege Beteiligung seitens der Naturschützer, denn jede
KWh Solar erzeugten Stroms verringere die Belastung der Natur mit
klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) und die Errichtung einer
Solarstromanlage sei "gelebter Naturschutz".)
Der Vorsitzende des CSU-Ortsverbandes Johann Eschelberger,
erklärte, dass ihn die Möglichkeiten der solaren Energieversorgung
sehr beeindruckt hätten, er die Sache unterstützen und
sich auch an der Gemeinschaftsanlage Bürgersolarkraftwerk Ainring
beteiligen wolle. Er schlug vor, in einem Beiblatt oder in einer
Sonderausgabe, das Projekt den Ainringer noch einmal im Detail vorzustellen,
damit sich diese dann aufgrund der fundierten Information für
eine solare Zukunft ihrer Gemeinde entscheiden können.
Hans Pöllner brachte den Vorschlag, die Gründungsversammlung
noch vor den Sommerferien stattfinden zu lassen. Daraufhin beschlossen
die Anwesenden als Termin Donnerstag, den 26.Juli um 20h. Die Gründung
findet im Sitzungssaal im Rathaus der Gemeinde Ainring statt. Weitere
Information und Anmeldungen und der Gesellschaftsvertrag können
bei Hans Pöllner unter Tel. 08654-5512 angefragt werden.
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