Pressemitteilung vom 13. Mai 2013
Dramatische Beschleunigung der Klimakatastrophe – erstmals CO2-Konzentration auf 400 ppm
HJ-Fell
  ehr geehrte Leserinnen und Leser!

Erstmals wurden in Mauna Loa letzte Woche auf Hawaii eine CO2 Konzentration von über 400 parts per million (ppm) gemessen. Ein Rekordhoch, welches letztmals vor etwa drei Millionen Jahren im Pliozän vorkam. Damals waren Grönland und die Arktis eisfrei, in Kanada gab es tropische Wälder und der Meeresspiegel war etwa 40 Meter höher als heute. Da die Erdtemperatur zeitverzögert dem Anstieg des CO2-Gehaltes folgt, kann man nur ahnen wohin die Mutter Erde steuert.

Der Anstieg der CO2-Konzentration hat sich in den letzten zehn Jahren, mit 2,1 ppm jährlich, massiv beschleunigt. Vorindustriell hatte die CO2-Konzentration seit der letzten Eiszeit bei etwa 280 ppm gelegen. Damit steigt die CO2-Konzentration etwa 10 mal schneller als nach der letzten Eiszeit.

Trotz allem Klimaschutzgerede der Regierungen dieser Welt war 2012 das Jahr mit den höchsten jemals erreichten CO2-Emissionen, mit etwa 34 Milliarden Tonnen CO2 weltweit. Es wird also höchste Zeit, dass sich die globalen Klimaschutzstrategien massiv ändern. Die Emissionen von Klimagasen (CO2; Methan, Lachgas u.a.) müssen an sich geächtet werden und das Ziel der Nullemissionen ausgerufen werden. CO2-Reduktionsziele sollten als das bezeichnet werden, was sie in Wirklichkeit sind: Der wesentliche Beitrag zum weiteren Aufheizen der Erdatmosphäre. Gleichzeitig müssen die überschüssigen Kohlenstoffmengen aus der Atmosphäre wieder entfernt werden. Kohlestoffsenken lassen sich vielfältig organisieren und müssen parallel zum Ziel der Nullemissionen in den Mittelpunkt gestellt werden.

Bei konsequenter Anwendung von Nullemission und Kohlenstoffreinigung der Atmosphäre lässt sich in einigen Jahrzehnten eine CO2-Konzentration von 330 ppm erreichen. Nur die Erreichung dieses Ziels kann katastrophale Auswirkungen der Erderwärmung noch verhindern.

Kanzlerin Merkel hat dazu in ihrer Klimaschutzrede in der letzten Woche kein Wort verloren. Sie hält unbeirrt an völlig unzulänglichen Klimaschutzzielen fest, die letztlich nur zur weiteren Aufheizung des Globus führen. Aber auch das Gros der Klimaschutzorganisationen und Umweltverbände muss endlich das Ziel 330 ppm in den Mittelpunkt der Forderungen stellen, ansonsten rennen auch sie immer weiter hinter der rasanten Welttemperatursteigerung her.

Die Klimaschutzbewegung muss von der Anti-Atombewegung lernen, die nie effiziente Atomkraftwerke gefordert hatte, sondern keine Atomkraftwerke. Wenn die Klimaschutzbewegung nicht endlich klarer die naturwissenschaftliche Notwendigkeiten in den Mittelpunkt stellt, wie sollen denn dann die trägen Regierungen weitergehende Ziele festlegen? Leider fordern aber weite Teile der Klimaschutzbewegung immer noch effiziente fossile Energieerzeugung und übersehen dabei, dass sie damit weiteren Emissionen das Wort reden.


Berlin, den 13.05.2013

Ihr Hans-Josef Fell MdB

Sprecher für Energie der Bundestagsfraktion
Bündnis 90/ Die Grünen

Platz der Republik 1
11011 Berlin

Telefon: 030 - 227 72 158
Fax: 030 - 227 76 369

http://www.hans-josef-fell.de

Bei mir werden Erneuerbare Energien groß geschrieben!

 
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