| Sehr geehrte Leserinnen und Leser!
Interessante Entwicklungen brachte auch diese Woche.
Sie begann damit, dass RWE ankündigte, keine weiteren neuen
Kohlekraftwerke mehr zu bauen. Gemeint waren eigentlich keine weiteren
Steinkohlekraftwerke. Die RWE-Zukunftspläne werden nach und
nach realistischer. Mittlerweile wird sich der RWE-Vorstand wohl
auch fragen, ob der Vorstoß für längere Laufzeiten
bei Atomkraftwerken eine gute Idee war.
Es ist absehbar, dass die Atomkonzerne statt der erwünschten
Laufzeitverlängerung jetzt eine Brennelementesteuer bekommen.
Die große Mehrheit der juristischen Gutachten weißt
darauf hin, dass ohne Zustimmung des Bundesrates eine Laufzeitverlängerung
nicht machbar sei. Die Verzweiflung in der CSU sowie der Baden-Württembergischen
CDU ist mittlerweile so groß, dass deren Atomfreunde drohen,
gegen das Atomausstiegsgesetz zu klagen. Dass sie dies die letzten
acht Jahre nicht getan haben, macht diese Drohung nicht glaubwürdiger.
Panik ist die Tage auch beim Atomforum ausgebrochen, als die Brennelementesteuer
verkündet wurde. Nachdem man 10 Jahre gegen den Atomkonsens
angerannt ist, beruft sich das Atomforum auf einmal darauf, dass
es laut Atomkonsens gar keine Brennelementesteuer geben dürfe.
Schamgrenzen sind dort offenbar nicht bekannt.
Einen Pyrrhussieg konnte die Atomlobby gestern in Schweden vermelden.
Dort hat die noch amtierende Regierung quasi als letzte Amtshandlung
durchgesetzt, dass in Schweden neue Atomkraftwerke gebaut werden
dürfen. Das Gesetz soll aber erst Anfang nächsten Jahres
in Kraft treten. Die in Umfragen führende Opposition hat bereits
angekündigt, dass sie den gestrigen Beschluss nach der Wahl
im Herbst gleich wieder aufheben will.
Dann soll auch in Deutschland das Energiekonzept der Bundesregierung
erstellt werden. Das ist eine erstaunliche Entwicklung, hatte doch
die Kanzlerin noch vor wenigen Wochen verkündet, dass der Fahrplan
nicht mehr gelte und man jetzt im Juni und Juli bereits entscheiden
wolle. Das ist jetzt schon wieder Schnee von gestern und die Regierung
ist wieder da, wo sie vorgestern stand.
Berlin, den 18.06.2010
Ihr Hans-Josef Fell MdB, Sprecher für Energie der Bundestagsfraktion
Bündnis 90/ Die Grünen
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Telefon: 030 - 227 72 158, Fax: 030 - 227 76 369
http://www.hans-josef-fell.de, Bei mir werden Erneuerbare Energien
groß geschrieben!
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