| Sehr geehrte Leserinnen und Leser!
Diese Woche sollte die Woche der Sonne werden. Doch es kommt anders:
Am Sonntag begann die Petersburger Klimakonferenz. Dem Klimaschutz
wird diese Konferenz nichts bringen. Außer ein paar werbewirksame
Bilder für die einst als "Klimakanzlerin" missverstandene
Angela Merkel.
Am Montag morgen ist die Kanzlerin schon auf der nächsten
Konferenz – der zur Elektromobilität. Auch hier wird
sie wohlfeile Worte finden und auch hier wird sie nichts von Belang
auf den Weg bringen. Es wird von der Vorreiterrolle Deutschlands
bei der Elektromobilität gesprochen werden. Mangels wirksamer
Maßnahmen wird aber Deutschland weiter zurück fallen.
Immer noch klammert sich die deutsche Automobilindustrie an den
Verbrennungsmotor, während die von BP verursachte Ölpest
in den USA zeigt, dass immer tiefere Bohrungen für knappes
Erdöl auch immer größere Risiken mit sich bringen.
Am Dienstag will die Deutsche Umwelthilfe aufklären, was die
Bundesregierung bei ihrem Energiekonzept wirklich berechnen lässt.
Seit Wochen stellt sich die Bundesregierung dumm und beantwortet
Anfrage für Anfrage der Grünen damit, dass sie selbst
nicht so genau wisse, was die Forschungsinstitute in ihrem Auftrag
berechnen. Dabei sollen die Zwischenergebnisse kurz nach der NRW-Wahl
festliegen. Das im Grundgesetz verankerte parlamentarische Fragerecht
wird hier ad absurdum geführt. Die Regierung hat kein Interesse
daran, dass der Wähler vor der Wahl erfährt, was auf ihn
zukommt. Erst kürzlich konnte ich aufzeigen, dass in Wirklichkeit
vermutlich mit weitaus längeren Laufzeiten für Atomkraftwerke
geplant wird, als dies die Regierung bislang eingeräumt hat
(siehe ISUSI-Untersuchung, weitere Infos auf meiner Homepage)
Ganz dunkle Klima-Wolken ziehen dann am Mittwoch auf. Vormittags
wird der federführende Umweltausschuss die radikalsten Kürzungen
bei der Solarstromvergütung beschließen, die dieses Land
je gesehen hat. Die Zukunft der heimischen Solarwirtschaft ist mehr
als ungewiss (aktuelle Informationen dann auf meiner Homepage).
Am Mittwochnachmittag wird dann der Haushaltsausschuss allem Anschein
nach, den Förderstopp für die Solarthermie- und Pelletförderung
dingfest machen. Wir Grüne haben einen Antrag gestellt, die
Sperre für die Mittel des Marktanreizprogramms aufzuheben.
Der Finanzminister und die FDP sind aber dagegen. Schäuble
will ein Exempel im Kabinett statuieren und die FDP spielt die beleidigte
Leberwurst, weil sie ihre erträumten Steuersenkungen nicht
bekommt. Wird sich angesichts all der Anti-Klimaschutz-Maßnahmen
noch jemand an die Petersberger Sonntagsrede der Bundeskanzlerin
erinnern, in der diese am Sonntag die Staatengemeinschaft zu mehr
Anstrengungen für den Klimaschutz aufgefordert hatte?
Am Donnerstag wird dann die EEG-Novelle mit den Kürzungen
bei der Photovoltaik vom Bundestag beschlossen werden. Wir Grüne
werden einen Antrag einreichen, der sich für Kürzungen
mit Augenmaß ausspricht. Parallel wird Hans-Josef Fell auf
einer Konferenz in Kalifornien einen Vorschlag für ein alternatives
globales Klimaschutzprogramm vorstellen und vor der US-Wirtschaft
für Investitionen im Billionenbereich werben. Wenn die deutsche
Regierung so weiter macht, werden diese Investitionen zukünftig
an Deutschland vorbei fließen.
Diese Woche wird auch eine Woche der Griechenland-Rettungsaktion
werden, in dem der Deutsche Bundestag am Freitag eine Nothilfe für
Griechenland beschließen wird. Wie konnte es eigentlich dazu
kommen, dass die Finanzmärkte die Politik erneut zu Milliarden-Rettungsaktionen
zwingen? Hatte sich nicht die Bundeskanzlerin wenige Tage vor der
Bundestagswahl rund um den G-20-Gipfel in Pittsburgh dafür
feiern lassen, dass jetzt die Finanzmärkte an die Kandare genommen
werden? Heute sehen wir, dass auch diese Veranstaltung vor allem
den Zweck hatte, für schöne Bilder zu sorgen. Gewinner
bleiben die Spekulanten mit ihren unsozialen und unökologischen
Finanzgeschäften. Als Heuchelei darf man getrost, bezeichnen,
wenn im Jahr der höchsten Neuverschuldung Deutschlands, die
größte Schuldenkanzlerin aller Zeiten von den Griechen
verlangt, dass diese die Gürtel deutlich enger schnallen und
zu Hause wenige Tage vor der NRW-Wahl so tut, als wäre hier
alles eitel Sonnenschein.
Am Sonntag – endlich - haben die Bürgerinnen und Bürger
in NRW die Gelegenheit Schwarz-Gelb zu zeigen, dass sie nicht alles
mit sich machen lassen. Einen Schwarz-Gelben-Tiefpunkt beim Klimaschutz
lieferte bekanntlich Jürgen Rüttgers kürzlich, als
er den Klimaschutz aus der Gesetzgebung in NRW heraus streichen
ließ. Dieses Land braucht eine seriöse Politik. Daher
am Sonntag GRÜN wählen (mehr Infos unter www.gruene-nrw.de)!
Berlin, den 03.05.2010
Ihr Hans-Josef Fell MdB, Sprecher für Energie der Bundestagsfraktion
Bündnis 90/ Die Grünen
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Telefon: 030 - 227 72 158, Fax: 030 - 227 76 369
http://www.hans-josef-fell.de,Bei mir werden Erneuerbare Energien
groß geschrieben!
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