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Wenn es keinen Ausweg aus der Klimakatastrophe gibt
vom 30.04.2010 | Benno König, AFP, mmi
Werden bei der zunehmenden weltweiten Erwärmung bestimmte
Grenzwerte - die Wissenschaftler sprechen von "Kipp-Punkten"
- erreicht, lassen sich Entwicklungen nicht mehr umkehren. |
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Wetter-Extreme werden laut wissenschaftlichen Studien
die Regel sein, wenn bestimmte Grenzwerte der Kimaerwärmung erst
einmal überschritten sind |
Überflutungen ganzer Küstenregionen, das großflächige
Absterben der tropischen Regenwälder und Dürre in weiten
Teilen Asiens werden laut wissenschaftlichen Studien die Folge sein. |
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Grönland-Eis |
Der gigantische Eispanzer Grönlands verliert bereits an Masse,
ist aber noch halbwegs intakt. Einen "Kipp-Punkt", ab dem
ein Abschmelzen nicht mehr aufzuhalten wäre, erwarten Wissenschaftler
bei einer Erwärmung zwischen einem und vier Grad. Die Untergrenze
dieses kritischen Bereichs wird auf jeden Fall erreicht werden. Schmilzt
das Grönland-Eis, steigt der Meeresspiegel bis Ende des Jahrhunderts
um etwa einen halben Meter, in den folgenden Jahrhunderten um schätzungsweise
sieben Meter. |
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Golfstrom |
Der massive Süßwasser-Zufluss durch ein Schmelzen des
Grönland-Eises würde den Golfstrom zumindest abschwächen.
Der Golfstrom ist eine warme Meeresströmung im Atlantik, der
dafür sorgt, dass in Nordeuropa gemäßigte Temperaturen
herrschen. In Verbindung mit generell stärkeren Niederschlägen
könnte er ganz zum Erliegen kommen. Klimazonen rings um den Atlantik
würden sich dann deutlich verändern. In Nordeuropa würden
die Winter kälter und trockener, in Äquatornähe gäbe
es Dürren, aber auch mehr Überschwemmungen. Ein Zusammenbruch
der Meeresströmungen wird bei einem Temperaturanstieg zwischen
drei und fünf Grad befürchtet. |
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Amazonas-Region |
Der Regenwald am Amazonas nimmt trotz aller Abholzung noch große
Mengen Kohlendioxid (CO2) auf. Bei fortschreitender Erwärmung
würde das Klima der Region trockener, wodurch noch in diesem
Jahrhundert bis zu 70 Prozent der Vegetation absterben könnten.
Das Aussterben zahlreicher Pflanzen- und Tierarten wäre die Folge.
Zugleich würde der Verlust dieser CO2-Senke den Klimawandel massiv
verstärken. Der "Kipp-Punkt" dürfte bei einer
Erwärmung zwischen drei und vier Grad liegen, vielleicht auch
schon bei einer geringeren Erwärmung. Bei ähnlichen Temperaturen
würden wohl auch die großen Nadelwälder der Nordhalbkugel
absterben. |
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Monsun-Regen |
Durch die Erwärmung müsste der jährliche Monsunregen
in Indien in den Monaten Juni und Juli eigentlich zunehmen. Beobachtet
wird aber eine Abschwächung, da eine zunehmende Dunstglocke aus
Ruß und anderen Schwebstoffen einfallendes Sonnenlicht reflektiert.
Dadurch könnte der Monsun-Regen sogar ganz ausbleiben, was für
die indische Landwirtschaft katastrophale Folgen hätte. Auch
in Afrika werden Veränderungen des Monsunregens erwartet, wobei
durch den Klimawandel die Sahel-Zone weniger, der Golf von Guinea
mehr Regen erhalten würde. "Kipp-Punkte" lassen sich
schwer abschätzen, die Auswirkungen für hunderte Millionen
Menschen sind jedoch gewaltig. |
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Permafrost-Boden |
Bereits heute ist ein starkes Auftauen des Permafrost-Bodens besonders
in Sibirien zu beobachten. Hochrechnungen lassen erwarten, dass sich
die Dauerfrost-Zone bis 2100 um 90 Prozent verkleinern könnte.
Dabei kann ein Schwellenwert erreicht werden, bei dem der Abbau von
Kohlenstoff durch Bakterien so viel Hitze freisetzt, dass sich das
Auftauen stark beschleunigt. Eine Folge ist die Freisetzung des starken
Treibhausgases Methan, die bereits heute zu beobachten ist. Dies beschleunigt
wiederum das Abschmelzen des arktischen Meer-Eises. |
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Himalaya-Gletscher |
Schmelzwasser aus den Gletschern des Himalaya sichert im Sommer
über Flüsse wie Mekong, Jangtse und Ganges die Wasserversorgung
für hunderte Millionen Menschen in Asien. Derzeit schmilzt ebenso
wie bei anderen Gletschern weltweit deutlich mehr Eis ab, als im Winter
hinzukommt. Da durch die kleinere Eisfläche weniger Sonnenlicht
reflektiert wird, lässt sich dieser Prozess immer schwerer stoppen.
Sind die Gletscher verschwunden, könnte die Wasserversorgung
in großen Teilen Asiens zusammenbrechen. |
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Welche Maßnahmen helfen? |
Laut einem Papier des Umweltbundesamtes ist es angesichts der
drohenden unvermeidlichen Klimaveränderungen zum einen erforderlich,
die Emission von Treibhausgasen zu vermindern, zum anderen seien
Maßnahmen zur Anpassung an diese Klimaänderungen notwendig.
Beispiele für solche Anpassungsmaßnahmen wären
- eine effizientere Nutzung von Wasserressourcen,
- die Anpassung von Baunormen an künftige Klima- und Wetterbedingungen,
- der Ausbau einer verbesserten Infrastruktur für den Hochwasserschutz
(beispielsweise durch Anhebung der Deiche),
- sowie die Entwicklung von Kulturpflanzen, die auch in extremer
Trockenheit gedeihen können.
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