Pressemitteilung vom 22. Juli 2008
Al Gore "we can solve it" - ohne CCS und ohne Atomkraftwerksneubauten
[sfv-energiemail
 


Liebe Freunde der Erneuerbaren Energien,

auf unsere [sfv-energiemail] von vorgestern erhielten wir einige bedenkliche Nachfragen, ob wir denn nicht gemerkt hätten, dass Al Gore neben den Erneuerbaren Energien auch Atomenergie und CO2-freie fossile Kraftwerke (CCS) einbeziehen will.

Zunächst einmal herzlichen Dank für diese Hinweise. Schon oft haben uns Hinweise aufmerksamer Freunde geholfen.

In diesem Fall war es uns bereits selber aufgefallen, dass Al Gore auch Atomenergie und CCS in sein Programm aufgenommen hat. Obwohl wir beide Techniken strikt ablehnen, sehen wir die Al-Gore-Variante allerdings als unbedenklich an. Hier kann man eher lernen, wie die Amerikaner viele Probleme ganz pragmatisch angehen, die wir Deutschen erst in zeitraubenden bitteren Grundsatzdiskussionen klären wollen.

Lesen wir noch einmal nach, was Al Gore wirklich will. Unter
http://www.wecansolveit.org/content/pages/287/#looklike finden wir
folgende Passage:
"The electricity system can be a mix of carbon-free baseload and dispatchable sources like solar thermal with storage, geothermal, wind, solar photovoltaics, biomass, existing nuclear and hydropower, and coal and natural gas power if they are able to capture the carbon."

Soll heißen: Die Stromversorgung kann bestehen aus einem Mix nichtfossiler Grundlast- und abrufbarer Kraftwerke wie solarthermische Kraftwerke mit Energiepeicherung, Geothermie, Wind, Photovoltaik, Biomasse, existierende Atom- und Wasserkraftwerke sowie Kohle- und Erdgaskraftwerke, falls die in der Lage sind, das CO2 abzutrennen und langfristig aufzubewahren.

Also: Nur bereits existierende Atomkraftwerke will Al Gore in seinen Mix aufnehmen. Aber keine Neubauten! Er spart sich durch diese Entscheidung den Streit mit den Atomkraftwerksbetreibern.

Bei den Kohle- und Erdgaskraftwerken schränkt er ein, nur wenn sie das CO2 auch wirklich zurückhalten. Diese Forderung leuchtet jedem ein, der sich wegen des Klimawandels Sorgen macht. Und Al Gore wird wissen, dass er damit eine unerfüllbare Forderung stellt, denn in den nächsten 10 Jahren wird es ganz sicher nicht zu bezahlbaren Kosten gelingen, die Abgase aus Kohlekraftwerke völlig von CO2 zu reinigen - geschweige denn das CO2 dann sicher in einem Endlager unterzubringen. So erspart sich Al Gore auch den bitteren ideologischen Streit mit den CCS-Leuten.

Er macht das ähnlich wie die Leiterin eines Laienchores, wenn eine Sängerin
neu eintreten will, die noch nicht einmal das hohe E erreicht. Die Chorleiterin sagt der Bewerberin nicht, "du darfst nicht mitsingen, weil du nicht singen kannst". Sie macht es viel freundlicher, wenn sie sagt: "Wir freuen uns über jede neue Sängerin. Komm doch nächste Woche zum Vorsingen. Hier sind schon einmal die Noten. Es geht mehrmals rauf bis zum hohen E."

Aber selbst, wenn die beanstandeten Mängel im Programm wirkliche Mängel wären - uns ist kein Programm bekannt, das auch nur annähernd so progressiv ist, wie das www.wecansolveit.org und schon gar nicht für die USA! Man denke nur - in zehn Jahren soll die Umstellung geschafft sein!
Ein solcher Fortschritt in der amerikanischen Energiepolitik bedeutet Hoffnung für die ganze Welt.

Unserer Ansicht nach verdient Al Gore bei diesem Programm jede Unterstützung. Die politischen Akteure in allen Ländern müssen lernen, dass Entschlossenheit beim Klimaschutz sich in aktiver Zustimmung der Bevölkerung auszahlt. Und das mindeste, was jeder Einzelne tun kann, ist es, dieses Programm wecansolveit.org in seinem Bekanntenkreis weiter bekannt zu machen.

 
* Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV) *
* Herzogstraße 6 * D-52070 Aachen * zentrale@sfv.de *
* Tel. 0241-511616 * Fax 0241-535786 * http://www.sfv.de *
* Bankkonto: 100 541 5019 Pax Bank e.G. BLZ: 370 601 93 *
zurueck
Umwelt-Webdesign-21, Nachrichten aus Agenda21 Umwelt Natur Energie Solar und Klima
Web: http://www.umwelt-webdesign.info  |  eMail  |  Impressum  |  designed by Primaweb  |   © 1994-2008  |  2008/07/22