Freising (schu) Als Vertreter des Berchtesgadener
Landes vertrat Hermann Schubotz den Landkreis beim diesjährigen
Treffen der bayerischen Solarinitiativen in Freising.
Der erste Sprecher der Solarinitiativen aus Bayern, Professor
Dr. Ernst Schrimpff wies auf seinen Brief an MdB Ramsauer
mit fünf Forderungen aus der Solarszene zur beschleunigten
Einführung und Nutzung erneuerbaren Energieformen hin. Der
Bundestagsabgeordnete und 2.Sprecher Hans-Josef Fell berichtete
über den Stand und Perspektiven der Erneuerbaren Energien in
Deutschland. Im Hauptvortrag erläuterte Dr. Eberhard Waffenschmidt
vom Solarförderverein Deutschland aus Aachen detailliert, wie
eine 100% Umstellung auf erneuerbare Energien in Deuschland möglich
gemacht werden und wieviel Energie und damit umweltschädliche
Klimagase damit eingespart werden kann.
Nach einführenden Worten des Vorsitzenden des Solarvereins
Sonnenkraft-Freising e.V. Dr. Andreas Horn und Grussworten des Freisinger
Oberbürgermeisters Dieter Thalhammer, in dessen Stadt bereits
1993 das erste Modell der kostendeckenden Solarstromeinspeisung
eingeführt wurde, erläuterte Professor Schrimpff
seine fünf Forderungen an MdB Peter Ramsauer. Als
erstes sollte das Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien
aufgestockt werden, was geschehen sei. Des weiteren forderte er
eine Beteiligung der Solarinitiativen an dem Energiegipfel, es könne
nicht angehen, dass hier nur die Vertreter der konventionellen Energieformen
beraten und die Experten für erneuerbare Energien nicht gehört
werden. Weiters wünschte sich Professor Schrimpff ein Ende
der Verhinderungsversuche für Windkraftanlagen in Bayern. Beinahe
jedes Dorf in Bayern könne sich mit einer eigenen Windkraftanlage
mit Strom selber versorgen.
Die bereits beschlossen Steuer auf Biokraftstoffe sei eine Erdrosselungssteuer
und solle schleunigst zurückgenommen werden, um diesem aufstrebenden
Zweig der nachwachsenden Rohstoffe mit zunehmenden Arbeitsplätzen
nicht die Chance zum Wachsen zu nehmen.
Der Abgeordnete der Grünen im Bundestag Hans-Josef
Fell sprach vom Bayerischen Solarwunder, denn Solarenergien
sind Bürgerenergien. In Bayern werde mehr Solarenergie eingesetzt
als in Japan und den USA zusammengenommen. Die ganze Welt rede auf
allen Konferenzen über Energieprobleme, aber in Bayern werde
diese Dank einer engagierten Bürgerschaft auch in erneuerbaren
Energieformen umgesetzt. Was solle das Gerede von CO2-freien Kohlekraftwerken
? Nur die Erneuerbaren Energien und nachwachsenden Rohstoffe könnten
zusammen mit einer drastischen Energieeinsparung ein Bollwerk gegen
den Klimawandel bilden und das Problem der zu Ende gehenden fossilen
Energien lösen. Ein Ausdehnen der Biogas Anlagen bringe eine
15 prozentige Reduktion beim Kohlendioxid Ausstoß und könne
bis zu 2,7 Millionen neue Arbeitsplätze schaffen.
Die Erneuerbaren Energien seien eine Erfolgsgeschichte für
die Bundesrepublik Deutschland. Während ihr Anteil im Jahr
1992 aus drei Prozent bestand, sei das Ziel für 2010 von 12
Prozent bereit im Jahr 2006 erreicht worden. Die Hot-dry-rock Technik
mit Bohrungen in bis zu 5.000 Meter Tiefe stelle ein enormes Potential
für die Stromerzeugung dar, man müsse nur bereit sein,
über den Schatten der alten Energien zu springen und in neuen
Kategorien und Dimensionen zu denken und dafür auch Forschungsgelder
bereit zu stellen. Er wandte sich gegen das Abholzen der Regenwälder
zur Erzeugung von Palmöl, dieses müsse aus ökologisch
angelegten Plantagen erzeugt werden. Der Bundestagsabgeordnete wandte
sich gegen eine verschleiernde Kampagne von EON zu den Kosten der
erneuerbaren Energien. Korrekt sei, dass jede Stromverbraucher mit
0,54 Cent je Kilowattstunde Strom dafür sorge, dass über
200.000 Arbeitsplätze entstehen und die Solarbranche auch weiterhin
expandiere.
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Hermann Schubotz aus dem Berchtesgadener Land im Gespräch mit
MdB Hans-Josef Fell über die Umsetzung der Energieversorgung
aus erneuerbaren Energien auf der Jahreskonferenz der bayerischen
Solarinitiativen in Freising. Foto: Hermann Schubotz
Die Stromeinspeisevergütung werde auf alle Stromverbraucher umgelegt
und nicht zusätzlich vom Staat subventioniert. Beim Industriestrom
sei der Anteil nur noch ein Drittel. Die Kosten zur Erzeugung von
Solar oder auch Windstrom würden weiter sinken, denn diese hätten
keine Brennstoffkosten zu tragen.
Laut einer Studie würde auf der Basis der Zuwächse der
vergangene Jahre die Umweltbranche im Jahre 2030 den Fahrzeugbau
als Leitindustrie ablösen. Das Wissen und die Technologien
seien vorhanden, 80 Prozent der Bürger wollen mehr Erneuerbare
Energien, nun müsse sich die Politik und die Wirtschaft mehr
bewegen, um diese auch umzusetzen.
Peter Rubeck vertrat den Geschäftsführer
des Bundesverbandes der Solar-Wirtschaft Dr. Gerhard Stryi-Hipp
und stellte die neue Kampagne des Bundesverbandes zu "Wärme
von der Sonne und Strom von der Sonne" vor. In einer bundesweiten
"Woche der Sonne" vom 28. April bis 6.Mai sollen in jedem
Ort Aktionen und Informationsveranstaltungen stattfinden, um das
Ziel einer 100 Prozentigen Energiewende weiter in die Köpfe
der Bürger und Politiker zu bringen. Denn der Klimawandel schreitet
immer heftiger voran, Extremsommer mit geringen Niederschlägen
würden bald der Normalfall sein, im Jahre 2006 erlebte der
Alpenraum die wärmste Klimaperiode seit über 1.300 Jahren.
Die Energieversorgung werde zunehmend problematisch, der Heizölpreis
habe sich zwischen 1998 und 2006 verdreifacht, der Rohölpreis
sogar versiebenfacht. Das Ende der Preisspirale sein nicht abzusehen.
Deshalb sei jetzt der richtige Zeitpunkt, aktiv zu werden und in
die Solarenergie einzusteigen, um vor dem nächsten Winter seinen
Heizungssystem auf erneuerbare Energien aus Biomasse und Sonnenenergie
umzustellen.
Über den Vortrag von Dr. Eberhard Waffenschmidt
vom Solarförderverein Deutschland aus Aachen, wie eine 100%
Umstellung auf erneuerbare Energien in Deuschland möglich gemacht
werden und wieviel Energie und damit umweltschädliche Klimagase
damit eingespart werden kann, berichten wir einer späteren
Ausgabe der Heimatzeitung.
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