Pressemitteilung vom 14. Februar 2007
 
 
100 Prozent erneuerbare Energien in Deutschland sind möglich
Die Bayerischen Solarinitativen trafen sich in Freising
 
 

Freising (schu) Als Vertreter des Berchtesgadener Landes vertrat Hermann Schubotz den Landkreis beim diesjährigen Treffen der bayerischen Solarinitiativen in Freising.

Der erste Sprecher der Solarinitiativen aus Bayern, Professor Dr. Ernst Schrimpff wies auf seinen Brief an MdB Ramsauer mit fünf Forderungen aus der Solarszene zur beschleunigten Einführung und Nutzung erneuerbaren Energieformen hin. Der Bundestagsabgeordnete und 2.Sprecher Hans-Josef Fell berichtete über den Stand und Perspektiven der Erneuerbaren Energien in Deutschland. Im Hauptvortrag erläuterte Dr. Eberhard Waffenschmidt vom Solarförderverein Deutschland aus Aachen detailliert, wie eine 100% Umstellung auf erneuerbare Energien in Deuschland möglich gemacht werden und wieviel Energie und damit umweltschädliche Klimagase damit eingespart werden kann.

Nach einführenden Worten des Vorsitzenden des Solarvereins Sonnenkraft-Freising e.V. Dr. Andreas Horn und Grussworten des Freisinger Oberbürgermeisters Dieter Thalhammer, in dessen Stadt bereits 1993 das erste Modell der kostendeckenden Solarstromeinspeisung eingeführt wurde, erläuterte Professor Schrimpff seine fünf Forderungen an MdB Peter Ramsauer. Als erstes sollte das Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien aufgestockt werden, was geschehen sei. Des weiteren forderte er eine Beteiligung der Solarinitiativen an dem Energiegipfel, es könne nicht angehen, dass hier nur die Vertreter der konventionellen Energieformen beraten und die Experten für erneuerbare Energien nicht gehört werden. Weiters wünschte sich Professor Schrimpff ein Ende der Verhinderungsversuche für Windkraftanlagen in Bayern. Beinahe jedes Dorf in Bayern könne sich mit einer eigenen Windkraftanlage mit Strom selber versorgen.
Die bereits beschlossen Steuer auf Biokraftstoffe sei eine Erdrosselungssteuer und solle schleunigst zurückgenommen werden, um diesem aufstrebenden Zweig der nachwachsenden Rohstoffe mit zunehmenden Arbeitsplätzen nicht die Chance zum Wachsen zu nehmen.

Der Abgeordnete der Grünen im Bundestag Hans-Josef Fell sprach vom Bayerischen Solarwunder, denn Solarenergien sind Bürgerenergien. In Bayern werde mehr Solarenergie eingesetzt als in Japan und den USA zusammengenommen. Die ganze Welt rede auf allen Konferenzen über Energieprobleme, aber in Bayern werde diese Dank einer engagierten Bürgerschaft auch in erneuerbaren Energieformen umgesetzt. Was solle das Gerede von CO2-freien Kohlekraftwerken ? Nur die Erneuerbaren Energien und nachwachsenden Rohstoffe könnten zusammen mit einer drastischen Energieeinsparung ein Bollwerk gegen den Klimawandel bilden und das Problem der zu Ende gehenden fossilen Energien lösen. Ein Ausdehnen der Biogas Anlagen bringe eine 15 prozentige Reduktion beim Kohlendioxid Ausstoß und könne bis zu 2,7 Millionen neue Arbeitsplätze schaffen.

Die Erneuerbaren Energien seien eine Erfolgsgeschichte für die Bundesrepublik Deutschland. Während ihr Anteil im Jahr 1992 aus drei Prozent bestand, sei das Ziel für 2010 von 12 Prozent bereit im Jahr 2006 erreicht worden. Die Hot-dry-rock Technik mit Bohrungen in bis zu 5.000 Meter Tiefe stelle ein enormes Potential für die Stromerzeugung dar, man müsse nur bereit sein, über den Schatten der alten Energien zu springen und in neuen Kategorien und Dimensionen zu denken und dafür auch Forschungsgelder bereit zu stellen. Er wandte sich gegen das Abholzen der Regenwälder zur Erzeugung von Palmöl, dieses müsse aus ökologisch angelegten Plantagen erzeugt werden. Der Bundestagsabgeordnete wandte sich gegen eine verschleiernde Kampagne von EON zu den Kosten der erneuerbaren Energien. Korrekt sei, dass jede Stromverbraucher mit 0,54 Cent je Kilowattstunde Strom dafür sorge, dass über 200.000 Arbeitsplätze entstehen und die Solarbranche auch weiterhin expandiere.

Hans-Josef-Fell
Hermann Schubotz aus dem Berchtesgadener Land im Gespräch mit MdB Hans-Josef Fell über die Umsetzung der Energieversorgung aus erneuerbaren Energien auf der Jahreskonferenz der bayerischen Solarinitiativen in Freising. Foto: Hermann Schubotz


Die Stromeinspeisevergütung werde auf alle Stromverbraucher umgelegt und nicht zusätzlich vom Staat subventioniert. Beim Industriestrom sei der Anteil nur noch ein Drittel. Die Kosten zur Erzeugung von Solar oder auch Windstrom würden weiter sinken, denn diese hätten keine Brennstoffkosten zu tragen.

Laut einer Studie würde auf der Basis der Zuwächse der vergangene Jahre die Umweltbranche im Jahre 2030 den Fahrzeugbau als Leitindustrie ablösen. Das Wissen und die Technologien seien vorhanden, 80 Prozent der Bürger wollen mehr Erneuerbare Energien, nun müsse sich die Politik und die Wirtschaft mehr bewegen, um diese auch umzusetzen.

Peter Rubeck vertrat den Geschäftsführer des Bundesverbandes der Solar-Wirtschaft Dr. Gerhard Stryi-Hipp und stellte die neue Kampagne des Bundesverbandes zu "Wärme von der Sonne und Strom von der Sonne" vor. In einer bundesweiten "Woche der Sonne" vom 28. April bis 6.Mai sollen in jedem Ort Aktionen und Informationsveranstaltungen stattfinden, um das Ziel einer 100 Prozentigen Energiewende weiter in die Köpfe der Bürger und Politiker zu bringen. Denn der Klimawandel schreitet immer heftiger voran, Extremsommer mit geringen Niederschlägen würden bald der Normalfall sein, im Jahre 2006 erlebte der Alpenraum die wärmste Klimaperiode seit über 1.300 Jahren. Die Energieversorgung werde zunehmend problematisch, der Heizölpreis habe sich zwischen 1998 und 2006 verdreifacht, der Rohölpreis sogar versiebenfacht. Das Ende der Preisspirale sein nicht abzusehen. Deshalb sei jetzt der richtige Zeitpunkt, aktiv zu werden und in die Solarenergie einzusteigen, um vor dem nächsten Winter seinen Heizungssystem auf erneuerbare Energien aus Biomasse und Sonnenenergie umzustellen.

Über den Vortrag von Dr. Eberhard Waffenschmidt vom Solarförderverein Deutschland aus Aachen, wie eine 100% Umstellung auf erneuerbare Energien in Deuschland möglich gemacht werden und wieviel Energie und damit umweltschädliche Klimagase damit eingespart werden kann, berichten wir einer späteren Ausgabe der Heimatzeitung.


 
 
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