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Der Klimawandel hat bereits spürbar begonnen. Er zerstört
die Lebensgrundlage vieler Menschen, Tiere und Pflanzen und kostet
die Volkswirtschaft ein Vermögen.
Die Importabhängigkeit von fossilen und nuklearen Energien
vor allem aus Krisenregionen nimmt kontinuierlich zu und bedroht
die Versorgungssicherheit. Und immer mehr Experten warnen davor,
dass der Höhepunkt der Öl- und Gasförderung weltweit
in wenigen Jahren überschritten sein wird (Peakoil) und danach
durch die Verknappungssituation die Öl- und Gaspreise massiv
ansteigen werden.
Die Solarinitiativen in Deutschland fordern deshalb die Umstellung
der deutschen Energieversorgung auf Erneuerbare Energien bis spätestens
zum Jahr 2050. Dies ist erreichbar durch einen beschleunigten Ausbau
der Erneuerbaren Energien in Kombination mit entschiedenen Maßnahmen
zur Energieeinsparung und Effizienzsteigerung in der Energieerzeugung,
-verteilung, -speicherung und -verbrauch.
Die Solarinitiativen sehen sich mit dieser Forderung eins mit der
Mehrheit der Bevölkerung, die inzwischen zu 87% einen konsequenten
Umstieg auf Erneuerbare Energien als notwendig ansehen. Und bereits
59% sind der Meinung, dass sich die Bundesregierung in Zukunft verstärkt
der Aufgabe zuwenden sollte, für eine Unabhängigkeit von
Erdöl und Erdgas durch Erneuerbare Energien zu sorgen |
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Die Solarinitiativen und alle Unterzeichner dieser Resolution
fordern die Bundesregierung und den Bundestag auf, die Energieversorgung
mit 100% Erneuerbaren Energien bis 2050 als Ziel ihrer Energiepolitik
in Deutschland zu setzen und kurzfristig mit hoher Priorität
entsprechende Maßnahmen zur Erreichung dieses Zieles zu beschließen
und umzusetzen. Es steht eine Vielzahl von Maßnahmen zur Erreichung
dieses Zieles in allen energierelevanten Bereichen zur Verfügung,
die sofort angegangen werden können und müssen. Einige
wichtige Maßnahmen sind in der Anlage genannt.
Unterschriftenliste unter: www.100-prozent-erneuerbare.de
Diese Resolution wurde verabschiedet vom Beirat des Projektes RegioSolar.
RegioSolar ist ein Projekt zur Unterstützung regionaler Solarinitiativen
in Deutschland, siehe www.regiosolar.de.
V.i.S.d.P. Gerhard Stryi-Hipp, RegioSolar, c/o BSW, Stralauer Platz
34, 10243 Berlin, email 100-prozent-erneuerbare@regiosolar.de,
www.100-prozent-erneuerbare.de Stand: 1.02.2007
1 Umweltbewusstsein in Deutschland 2006, Repräsentativen
Bevölkerungsumfrage, Bundesumweltministerium, Reihe Umweltpolitik,
Nov. 2006, siehe www.umweltbewusstsein.de
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Strom aus EE
• Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) konsequent fortführen.
Das EEG hat sich als äußert erfolgreiches Instrument
zur Markteinführung netzgebundener EE erwiesen und muss deshalb
fortgeführt und ohne Verschlechterungen weiterentwickelt werden.
• Alle EE-Technologien parallel entwickeln. Da im künftigen
EE-Mix alle Technologien benötigt werden, müssen diese
parallel gefördert werden. Die EEG-Vergütungen sind weiterhin
so zu gestalten, dass ein wirtschaftlicher Betrieb für die
Anlagen aller EE-Technologien möglich ist. Neue Technologien
wie z.B. Meeresenergien oder Thermoelektrik sind aufzunehmen.
• Investitionen der Energiewirtschaft in EE lenken. In den
kommenden Jahren stehen umfangreiche Investitionen der Energiewirtschaft
in den Ersatz veralteter Kraftwerke an. Der Gesetzgeber muss geeignete
Rahmenbedingungen schaffen, die diese Investitionen in EE-Anlagen
lenken.
Wärme und Kälte aus EE
• EE-Wärmegesetz verabschieden. Ein beschleunigter Ausbau
der Wärme aus EE ist nur durch Schaffung verlässlicher
Rahmenbedingungen und damit einer ausreichenden Investitionssicherheit
für Industrie und Nutzer zu erreichen. Deshalb muss die bisher
vom Bundeshaushalt abhängige Förderung baldmöglichst
auf eine klare Politik im Rahmen eines EE-Wärmegesetzes, das
auch die Kälteerzeugung umfasst, umgestellt werden.
• Förderprogramme finanziell ausreichend ausstatten.
Solange es im Wärmebereich aus dem Bundeshaushalt finanzierte
Förderprogramme wie das Marktanreizprogramm oder das KfW-Gebäudesanierungsprogramm
gibt, müssen diese Programme finanziell so ausgestattet werden,
dass Programmstopps wie z.B. im Herbst 2006 künftig verhindert
werden. Hierzu sind die Mittel aus der Ökosteuer, die auf Ökostrom
erhoben werden, in vollem Umfang für die Programme oder einen
Fonds im EE-Wärmegesetz einzusetzen. Konkret bedeutet dies,
dass etwa 900 Mio € statt derzeit 213 Mio € jährlich
zur Verfügung zu stellen sind.
• Im Gebäudebereich vor allem die Solarwärme ausbauen.
Die wachsende Nachfrage von Bioenergien zur Erzeugung von Wärme,
Strom und Kraftstoff kann zu erheblichen Nutzungskonkurrenzen führen.
Um diese zu reduzieren, muss in der Gebäudebeheizung der Schwerpunkt
vor allem auf der Nutzung von Solarwärme und Erdwärme
liegen. Hierzu sind vor allem die Solarheizungssysteme weiter zu
entwickeln und zu fördern, die mit entsprechenden Wärmespeichern
die Solarerträge des Sommers für die Raumheizung im Winter
nutzen.
Strom und Wärme effizient erzeugen
• Kraft-Wärme-Kopplung massiv ausbauen. Große Effizienzpotenziale
in der Erzeugung stecken in der Kraft-Wärme-Kopplung, die insbesondere
für die Nutzung von Bioenergien und Erdwärme stark ausgebaut
werden muss.
Kraftstoffe aus EE
• Anteil an nachhaltig erzeugten EE-Kraftstoffen ausbauen.
Der Anteil der EE an der Kraftstoffbereitstellung ist kontinuierlich
zu erhöhen. Dabei dürfen nur nachhaltig erzeugte Biokraftstoffe
zum Einsatz kommen, die eine
gute Gesamtenergiebilanz von der Produktion bis zum Verbrauch aufweisen.
Die Nutzung reiner Biokraftstoffe muss weiterhin mit Steuererleichterungen
so gefördert werden, dass ihr Einsatz wirtschaft ist.
• Alternative Antriebssysteme einführen. Elektromotoren
sind sehr effiziente Antriebe und reduzieren bei Verwendung von
Ökostrom Schadstoffe im Verkehr. Eine Forschungs- und Markteinführungsstrategie
für Hybrid- und Elektrofahrzeuge ist auszuarbeiten und umzusetzen.
Energieverteilung: Umbau der Energienetze
vorantreiben
• Netzausbau für erneuerbare Energieversorgung beschleunigen.
EEStrom wird zu einem großen Teil dezentral erzeugt. Bislang
sind die Stromnetze auf zentrale Strukturen der fossil-atomaren
Stromwirtschaft ausgerichtet, was zunehmend ein Hemmnis für
den Ausbau der EE darstellt. Der Gesetzgeber hat die Rahmenbedingungen
zu schaffen, die die Netzbetreiber
veranlassen, den Umbau der Stromnetze für eine sichere und
nachhaltige erneuerbare Energieversorgung mit hoher Priorität
voranzutreiben.
• Trennung von Energieerzeugung und Betrieb der Energienetze.
Die EE sind bei den leitungsgebundenen Energieträgern Strom
und Gas immer noch benachteiligt beim Zugang zu den Energieübertragungsnetzen,
da die Übertragungsnetzbetreiber gleichzeitig Energielieferanten
sind. Dies hemmt in vielen Fällen den Ausbau der EE, weshalb
Eigentum und Betrieb der Netze von der Energielieferung getrennt
werden muss.
• Prioritärer Zugang zum Stromnetz für EE erhalten.
Erfreulicherweise weisen in einigen Regionen EE zu manchen Zeiten
bereits einen sehr hohen Anteil an der Stromerzeugung auf. Dies
führt teilweise zu Forderungen der Energiewirtschaft nach einer
Begrenzung des Netzzugangs für EE. Um jedoch den notwendigen
Ausbau der EE nicht zu hemmen, muss der prioritäre Netzzugang
für EE-Anlagen unbedingt erhalten bleiben.
• Prioritärer Zugang von Biogas zum Gasnetz ermöglichen.
Die erfolgreichen Regularien des EEG im Strombereich sind umgehend
auf den Gasbereich zu übertragen und mit einem Biogaseinspeisegesetz
ein prioritärer Netzzugang und eine wirtschaftliche Vergütung
für Biogas zu schaffen.
• Ausbau von dezentralen Wärmenetzen. Eine Umstellung
von der fossilen auf eine EE-Wärmeversorgung erfordert in verdichteten
Wohn- und Gewerbegebieten den Aufbau von Wärmenetzen, vielfach
mit saisonalen Wärmespeichern. Es sind Rahmenbedingungen zu
schaffen, die diese Infrastrukturmaßnahmen frühzeitig
und gezielt stimulieren.
Verbrauch: Effizienzrevolution erforderlich
• Deutliche Effizienzanreize schaffen. Die großen Potenziale
der Verbrauchsreduzierung durch einen wesentlich effizienteren Umgang
mit Strom, Wärme/Kälte und Kraftstoffe ist allgemein bekannt.
Die meisten Potenziale lassen sich ohne Komfortverlust wirtschaftlich
realisieren. Es sind klare ökonomische Anreize und gesetzliche
Vorgaben zur Erschließung der Effizienzpotenziale zu schaffen.
• Wärmedämmung von Gebäuden beschleunigen.
38% des Endenergiebedarfs wird zur Gebäudebeheizung benötigt,
der Jahreswärmeverbrauch im Gebäudebestand liegt im Durchschnitt
immer noch über 200 Kilowattstunden pro qm Wohnfläche.
Dieser Bedarf kann durch eine gute Wärmedämmung und effiziente
Heiztechnik meist problemlos auf ein Viertel und der Primärenergiebedarf
durch EE noch weiter reduziert werden. Dazu braucht es den weiteren
Ausbau von Anreizprogrammen wie dem KfW-Gebäudesanierungsprogramm
und die Verschärfung der Energieeinsparverordnung EnEV.
• Solar- und Passivhäuser im Neubau fördern. Im
Neubaubereich werden heute schon Solarhäuser gebaut, die bis
zu 100% mit Solarwärme beheizt werden und Passivhäuser,
die nur noch einen Bruchteil des Energiebedarfs des EnEV-Baustandards
aufweisen. Diese Häuser sind verstärkt zu fördern.
• Bauleitplanung an nachhaltiger Bauweise ausrichten. Künftig
wird die Mehrzahl der Wohn- und Funktionsbauten direkt Solarenergie,
Bioenergie und Erdwärme zur Strom-, Wärme- und Kälteversorgung
nutzen. Die Bauleitplanung muss so geändert werden, dass die
Nutzung EE in optimaler Weise möglich ist. EE sind in der Bauleitplanung
zu privilegieren.
• Energieverbrauch der Kraftfahrzeuge reduzieren. Voraussetzung
für einen starken Ausbau des Anteils EE an den Kraftstoffen
ist eine drastische Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs von Kraftfahrzeugen.
Der Gesetzgeber muss deshalb ambitionierte und kontinuierlich sinkende
Vorgaben für den Flottenverbrauch der Kfz machen.
Energiepolitik: Klare Zielsetzung für
100% Erneuerbare Energien
• Nachhaltige Energieversorgung im Grundgesetz festschreiben.
Eine nachhaltige Energieversorgung, die nur aus 100% EE bestehen
kann, ist eine Frage des Überlebens und des Wohlstands unserer
Nation. Sie muss deshalb als Ziel im Grundgesetz festgeschrieben
werden.
• Energiestrategie mit 100% EE bis 2050 ausarbeiten. Um die
Zweifel an der Umsetzbarkeit einer Vollversorgung mit EE bis 2050
zu beseitigen, muss die Bundesregierung eine Energiestrategie ausarbeiten,
wie dieses Ziel konkret erreicht werden kann, zu welchen Kosten
und mit welchen Maßnahmen.
• Ambitionierte Zwischenziele für alle Energiesektoren
setzen. Der Umbau der Energieversorgung zu 100% EE erfordert das
Engagement und umfangreiche Investitionen von einer Vielzahl von
Akteuren aus Politik, Industrie und Bevölkerung. Diese Akteure
brauchen eine verlässliche Zielsetzung, weshalb die Bundesregierung
klare und verbindliche Ziele getrennt für Strom, Wärme
und Kraftstoffe für 2020 und danach festlegen muss.
• Europäische Vollversorgung mit EE anstreben. Deutschland
ist in vielen Bereichen der EE bislang anerkannter Vorreiter in
Europa und weltweit. Die Bundesregierung muss dieser Vorreiterrolle
gerecht werden und sich in der EU aktiv für eine ambitionierte
Zielfestschreibung für die Sektoren Wärme, Strom und Kraftstoffe
im Jahr 2020 sowie eine Politik für 100% EE in Europa
bis 2050 einsetzen, auch um ein Abwandern der Industrie aus Gründen
der vorübergehenden Mehrkosten für EE zu vermeiden.
• Information und (Aus-)Bildung im Bereich EE stärken.
Zu Fragen einer nachhaltigen Energieversorgung und des Klimawandels
besteht ein sehr großer Informations- und (Aus-)Bildungsbedarf
in der Bevölkerung. Es sind ausreichende Mittel bereitzustellen
und die Rahmenbedingungen zu schaffen für Informationskampagnen,
Bildungsprojekte in Schulen und Weiterbildung in der Berufsausbildung.
Die Lehrpläne von Schulen, Hochschulen und Berufsschulen sind
zu ergänzen und umzustellen und auf die EE auszurichten und
eine Bildungsoffensive in allen Bildungseinrichtungen zu starten.
• EE-Unternehmensgründungen fördern. Entwicklung,
Produktion, Vertrieb, Installation und Wartung von EE-Anlagen braucht
dynamische und innovative Unternehmen. Durch die EE-Politik der
vergangenen Jahre konnten einige deutsche EE-Unternehmen in die
Weltspitze aufsteigen und mehr als 170.000 Arbeitsplätze schaffen.
Eine Beschleunigung des EE-Ausbaus erfordert eine Offensive für
den Ausbau und die Neugründung von EEUnternehmen, z.B. durch
bessere Risikokapitalausstattung.
• Energieforschung steigern und auf EE konzentrieren. Immer
noch fließen die meisten Energieforschungsmittel in die Kernfusions-
und Kernspaltungsforschung sowie in die fossile Energietechnik.
Auch auf europäischer Ebene liegen im aktuellen 7. Forschungsrahmenprogramm
die Schwerpunkte auf Kernspaltung und Kernfusion. Dies muss sich
ändern, die Energieforschungsausgaben sind deutlich zu steigern
und auf EE zu konzentrieren.
• Administrative Hemmnisse abbauen. Im Bau-, Naturschutz-
und Verkehrsrecht gibt es eine Vielzahl von Regelungen, die den
Ausbau der EE behindern. Diese Hemmnisse sind abzubauen, ohne die
notwendigen Schutzmaßnahmen für Natur und Bevölkerung
zu reduzieren.
• Subventionen für fossil-atomare Wirtschaft beenden.
Die EE haben nicht nur aufgrund der Nichtberücksichtigung externer
Kosten der Energieversorgung, sondern auch durch hohe direkte und
versteckte Subventionen für die fossil-atomare Energiewirtschaft
deutliche Wettbewerbsnachteile. Diese Subventionen, z.B. für
den Kohlebergbau und durch Nichtbesteuerung von Flugbenzin, Schiffsdiesel
und Rückstellungen für die Atommüllentsorgung müssen
beendet werden.
• Internationale Agentur für Erneuerbare Energien gründen.
Die nationale Energiepolitik wird stark von der internationalen
Energiepolitik beeinflusst.
Wichtiger Meinungsbildner ist die Internationale Energieagentur
IEA,
die in ihren Studien bislang nur einen starken Anstieg des Energiebedarfs
mit einem massiven Ausbau der Nutzung fossiler und nuklearer Energien
vorsieht. Um die Möglichkeiten der EE vorurteilsfrei zu untersuchen
und darzustellen
und eine EE-orientierte Energiepolitik fachlich zu begleiten ist
die
Gründung einer unabhängigen internationalen Agentur für
Erneuerbare Energien
(IRENA) erforderlich.
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