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Für Hermann Schubotz, begann alles mit einem Spielzeug. Der
Webdesigner aus dem bayerischen Ainring hatte sich 1992 einen Mini-Rotor
gekauft, der von einer Solarzelle betrieben wurde. „Der drehte
sich immer, ob die Sonne schien, es neblig war und sogar bei Regen.
Nur nachts stand er still", erinnert sich Schubotz.
So sei ihm klar geworden, dass die Sonne unendlich viel ungenutzte
Energie zur Verfügung stellt - und er beschloss, diese künftig
zu nutzen. Mit seiner Idee war er nicht allein, und so fanden sich
etliche Umwelt-interessierte in der oberbayerischen Kleinstadt zusammen.
Sie gründeten eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR),
die mittlerweile drei Solaranlagen mit insgesamt 38 kWp auf kommunalen
Gebäuden errichtet hat.
Solarboom in Ainring/Bayern
Die Zahl der Gesellschafter ist gering — 17 Aktive sind dabei.
Um das nötige Geld zusammen zu bekommen, verkaufte die Bürgersonnenkraftwerk
Ainring GbR Solarbausteine, das Stück zu 500 Euro. „Rund
70 Förderer haben wir gefunden, denen wir für ihr Geld
eine Rendite von drei Prozent garantieren", erläutert
Schubotz das Geschäftsmodell. „Es geht uns nicht in erster
Linie ums Geldverdienen". betont er. Stattdessen wollen die
Aktiven die Idee der erneuerbaren Energien verbreiten und das Bewusstsein
schaffen, dass jeder an der Energiewende mitarbeiten kann.
Deshalb gibt es Infomations-veranstaltungen, bei denen Besitzer
von Solaranlagen oder Pellets-heizungen ihre Häuser öffnen,
Vorträge, Solarbastel-nachmittage für Kinder und den Juniorsolarbaustein
für 100 Euro, der nur an Kinder und Jugendliche — oder
an die, die sie ihnen schenken - vergeben wird.
„Wir wollen ein Vorbild sein", sagt Schubotz. Pläne,
die Solarenergie-nutzung weiter auszubauen, gibt es auch schon,
wenn auch erst im Anfangsstadium. Die Initiative möchte über
die kommunalen Grenzen aktiv werden und weg kommen von den kommunalen
Dächern. Stattdessen soll versucht werden, Flachdächer
von Firmen, Altersheimen oder Wohnungsbau-genossenschaften zu pachten.
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Die Solarstrom-Anlage des
Bürgersonnenkraftwerkes Ainring auf dem Dach der Sporthalle in
Ainring-Mitterfelden wurde Ende 2001 errichtet.
So wie die Bürgersonnenkraftwerk
Ainring GbR sehen viele der zahlreichen Solarinitiativen
in Deutschland aus, die sich zusammen-schliessen, um ihren Beitrag
zum Umweltschutz zu leisten. Wie viele es genau sind, kann niemand
sagen.
Eine Studie von Regio Solar, ein Projekt, das die regionale Nutzung
der Solarenergie fördert, untersucht 250 Initiativen in Deutschland.
In der Datenbank sind fast 300 verzeichnet, die meisten in Bayern
und Baden-Württemberg. Im Süden Deutschlands begann die
Geschichte der Bürgersolaranlagen:
1989 ging die erste von einer privaten Initiative erbauten PV-Anlage
im Saarland ans Netz. Doch erst das Stromeinspeise-gesetz und die
Kostendeckende Vergütung lösten den politisch gewollten
Solarboom von unten aus.
Die Initiativen entstehen laut Regio Solar oft aus dem Bedürfnis,
selbst etwas für den Umweltschutz zu tun. Katalysatoren sind
dabei oft, aber nicht immer lokale Agenda 21-Gruppen, Umweltschutz-beauftragte
oder Energieberater.
Fortsetzung Solarboom
von unten in Freiberg
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