Mitteilung vom 31. März 2007
Schwimmteichanlagen und Naturerlebnisbäder in Bayern
Entwicklung, Vielfalt und Probleme
  Schwimmteichanlagen und Naturerlebnisbäder in Bayern, Entwicklung, Vielfalt und Probleme
Erschienen in: Veitshöchheimer Berichte aus der Landespflege
Herausgegegen von: Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, www.lwg.bayern.de
Robert Frank/ In Frage und Antwortform von Elke Michel-Blagrave
 
 
Ist ein Naturbad billiger?
Nein, weil die steigenden Ansprüche zu einer steigenden Kostenentwicklung geführt haben, die sich an die Investitionskosten herkömmlicher konventioneller Schwimmbädern annähert.

Werden mit der eingesetzten Technik die Hauptprobleme bewältigt?
Nein, das Algenwachstum bleibt weiterhin nicht kontrollierbar. Für die Algenbelastung in den Schwimmteichanlagen gibt es eine Vielzahl von Faktoren. Einige der Faktoren sind systembedingt vorhanden. Die sporadisch auftretende erhöhte Verkeimung mit pathogenen Keimen wird nicht vollends beseitigen.

Was sind die Forschungsziele?
Neue Wege zur Stabilisierung von Schwimmteichanlagen zu finden, die Optimierung der Regenerationsanlagen bezüglich ihrer Größe, Lage und nicht zuletzt der verwendeten Substrate.

Gibt es eine Planunggssicherheit?
Nein, trotz dieser Unsicherheit werden bundesweit zunehmend neue Anlagen gebaut oder auch bereits bestehende sanierungsbedürftige konventionelle Schwimmbäder in naturnahe Badegewässer umgebaut.

Sind die Betreiber mit den Naturbädern zufrieden?
Nein, Hauptgrund hierfür ist nach wie vor das teilweise unkontrollierbare Algenwachstum in der gesamten Anlage und der damit verbundene Aufwand, dieses zu entfernen. Kein einziges Naturbad wurde von der Algenproblematik verschont, d.h. alle hier beteiligten Schwimmteichbetreiber beklagten sich über Algenwachstum unterschiedlicher Stärke. In 36 % der Anlagen wurde ein sehr starkes Algenwachstum, in 46 % ein mittleres Algenwachstum und in lediglich 18 % ein geringes Algenwachstum festgestellt. Schwimmteichanlagen ohne jegliches Algenwachstum waren nicht vorhanden.
Der am häufigsten auftretende Krankheitserreger ist Pseudomonas aeruginosa aus der Familie der Pseudomonaden. Hierbei handelt es sich um Bakterien die im feuchten Milieu vorkommen und sowohl im Wasser als auch in den Filteranlagen sehr schnell vermehren können.

 
Zusammengestellt von Elke Michel-Blagrave